vas er kurz zuvor empfangen hatte, und übergab es dem
Briefträger. Während vies vorfiel, war Mariette eiligſt nach
Hauſe zurückgekehrt.
I.
Mariette, nachdem ſie den Charnier des Innocens verlaſſen hatte, kam pald in die traurige und düſtere Straße genannt Rue des Prstres⸗Saint⸗Germain⸗PAurer⸗ rois und trat in eines der letzten Häuſer ein, welche den ſchwarzen Mauern der Kirche gegenüber ſtehen. Nachdem ſie einen dunkeln Gang durchſchritten hatte, fing Mariette an eine verfallene Treppe zu erſteigen, weiche nicht min⸗ ver dunkel war als der Gang, denn ſie empfing ihr Licht nur durch einen Hof, der ſo eng, vaß er einem viereckigen
Brunnen glich. Die Loge der Portiére lag einige Stufen vom Ruhe⸗
platz des erſten Stocks; das Mädchen blieb vor dieſer Loge ſtehen und ſagte zu einer Frau, die ſich darin be⸗
fand: „Frau Juſtin, haben Sie die Güte gehabt, zu meiner Pathin hinaufzugehen und nachzuſehen, ob ſie nichts be⸗
durfte?“
„Ja, Mamſelle Matiette, ich habe ihr Milch ge⸗ bracht, aber ſie war von einer ſo vermaledeiten Laune, vaß ſie mich empfing wie einen Hund. Wäre es nicht Ihretwegen geweſen, ſo würde ich ihr wohl die Trägheits⸗ ſünde ausgetrieben haben.“
„Ach! Frau Juſtin, man muß Mitleid mit ihr ha⸗
benz ſie leidet ſo ſehr!“ „So iſt es, Sie entſchuldigen ſie immer, Sie, die
Sie ihr Marterholz ſind, Mamſelle Mariette; das


