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„Gewiß, mein Kind, ich werde Ihre Briefe leſen; bringen Sie mir alle,“ antwortete der Greis, ſeine Freude verbergend. „Ich danke Ihnen für das Vertrauen, das Sie mir bezeigen. Auf baldiges Wiederſehen. Ohl ich hoffe, Sie gehen weniger verlegen, als Sie eingetreten, von hier weg.“
„Ich erwartete auch nicht, ſo viel Güte bei Ihnen zu finden, mein Herr.“
„Leben Sie wohl, mein Kind, gewöhnen Sie ſich daran, mich als Ihren Vorleſer und Ihren Geheimſchrei⸗ ber zu betrachten. Sollte man nun nicht glauben, wir kennen uns ſeit zehn Jahren?“
„Das iſt wahr, mein Herr. Auf Wiederſehen.“
„Auf Wiederſehen, mein Kind.“
Mariette war kaum aus der Bude des öffentlichen Schreibers getreten, als ein Briefträger die Thüre auf⸗ machte und mit vertraulichem Ton zu dem Greiſe ſagte:
„Hier, Vater Richard, hier iſt ein Brief für Sie von Dreur. Ich habe ſo nicht die Mühe, ihn bis in Ihr Haus, in der Rue de Grenelle, zu tragen, und Sie be⸗ kommen ihn früher.“
„Ein Brief von Dreur!“ verſetzte lebhaft der Schrei⸗ ber, während er den Brief nahm. „Ich danke, mein Junge.“ Dann ſprach er zu ſich ſelbſt, indem er die Handſchrift betrachtete: „Der iſt von Ramon; was wird er mir mittheilen? was denkt er von meinem Sohne Ah! was ſoll nun aus den ſchon ſeit langer Zeit zwiſchen mir und Ramon entworfenen Plänen werden?“
„Vater Richard, ſechs Sous,“ ſagte der Briefträger, den Greis ſeinen Träumen entziehend.
„Sechs Sous?“ rief lebhaft der Greis. „Teufell er iſt alſo nicht frei gemacht?“
„Sehen Sie den Stempel an, Vater Richard.“
„Es iſt wahr,“ erwiederte ſeufzend der Greis; und er zog mit Bedauern aus ſeiner Taſche das Zehnſousſtück,


