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zifferliche Buchſtaben, die jedoch, wie ſie ſagte, ihre Ge⸗ danken demjenigen, welchen fie liebte, überbringen ſollten.
Da die junge Arbeiterin nichts an ihrem treuherzigeu Briefe wegzulaſſen oder beizufügen gewußt hatte, ſo über⸗ gab ihr denſelben der öffentliche Schreiber, nachdem er ihn ſorgfältig verfiegelt hatte.
„Mein Herr,“ fragte ſchüchtern die junge Arbeiterin, während ſie aus ihrer Taſche eine kleine Börſe zog, welche zwei Zehnſousſtücke und einige Sous enthielt, „was bin ich Ihnen ſchuldig?“
„Fünfzig Centimes,“ antwortete der Greis, nachdem er einen Augenblick gezögert hatte, denn er bedachte, die Arbeiterin gebe vielleicht um den Preis ihres Brodverdien⸗ ſtes vom Tage ihrem Geliebten Nachricht von ſich. „Fünf⸗ zig Centimes,“ wiederholte der Schreiber, „und wohlver⸗ ſtanden, ich laſſe Sie nur einen von den zwei Briefen, die ich geſchrieben, bezahlen. Ich bin allein verantwort⸗ lich für meine Ungeſchicklichkeit.⸗
„Das iſt ſehr bieder, mein Herr,“ ſagte Mariette, ge⸗ rührt von dem, was ſie als einen Beweis von der Groß⸗ muth des Schreibers betrachtete; dann, nachdem ſie ihren Brief bezahlt hatte, fügte ſie bei:
„Sie ſind ſo gut gegen mich geweſen, mein Herr, daß ich Sie noch um einen Dienſt zu bitten wage.“
„Sprechen Sie, mein Kind.“
„Hätte ich andere Briefe ſchreiben zu laſſen, ſo wäre es mir nun beinahe unmöglich, mich an einen Andern als an Sie zu wenden, mein Herr.“
„Ich werde zu Ihren Dienſten ſein.“
„Das iſt noch nicht Alles, mein Herr, meine Pathin iſt wie ich: ſie kann weder leſen, noch ſchreiben. Ich hatte eine Freundin, der ich mich anvertraute; doch ſie iſt ab⸗ weſend. Wollten Sie ſich⸗ im Falle, daß ich einen Brief von Herrn Louis bekäme, die Mühe nehmen, ihn mir vor⸗
e 2 Ich würde Ihnen ſogleich meine Antwort dic⸗ tiren.


