Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 6. Abtheilung, Der Geiz : drei Bändchen (1851) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Hoſpital behalten, weil ihre Bruſtkrankheit unheilbar ſei. Und dann weiß ich auch nicht, ob ich den Muth gehabt hätte, ſie ſo zu verlaſſen.

Ah! mein Kind, ich täuſchte mich nicht. Sie ſind ein wackeres und würdiges Mädchen, ſprach der Greis, Mariette ſeine Hand reichend.

Bei dieſer Bewegung ließ der öffentliche Schreiber, geſchah es abſichtlich, geſchah es aus Ungeſchicklichkeit, auf ſeinen Tiſch ſein Tintenfaß fallen, ſo daß ſich die Tinte auf den Brief ergoß, dem nur noch die Adreſſe ehlte.

Ah! mein Gott! welches Unglück! rief Mariette, der Brief iſt ganz voll Tinte, mein Herr.

Wie ungeſchickt bin ich! ſagte der Greis mit är⸗ gerlicher Miene.Doch das iſt nur ein halbes Uebel, der Brief iſt nicht groß. Ich ſchreibe ſchnell, und ich bitte nur um zehn Minuten, um ihn zu copiren, mein Kind; zugleich werde ich ihn laut leſen, und Sie können auf dieſe Art ſehen, ob Sie etwas daran zu ändern oder bei⸗ zufügen finden.

Mein Gott, entſchuldigen Sie, daß ich Ihnen ſo viel Mühe mache.

Oh! das iſt rein meine Schuld, verſetzte der Greis.

Und er fing an mit lauter Stimme zu leſen, indeß er ſchrieb, und als ob er copirt hätte, wie er in dieſer Leſung vorrückte. 8

Während er ſich dieſer neuen Arbeit hingab, kam ein heftiger innerer Kampf in den Zügen des oͤffentlichen Schreibers zum Vorſchein: balv ſeufzte er mit einer zu⸗ friedenen, zwangloſen Miene, bald ſchien er im Gegen⸗ theil betreten, verlegen, und er vermied es dann, mit ſei⸗ nen Augen auf dem unſchuldigen Geſichte von Mariette zu verweilen. Mit den Ellenbogen auf den Tiſch geſtützt, ihre Stirn in ihre Hand gelegt, folgte dieſe mit einem ſchwermüthigen und neidiſchen Blicke der raſchen Feder des Greiſes und den Buchſtaben, die er ſchrieb, für ſie unent⸗