Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 6. Abtheilung, Der Geiz : drei Bändchen (1851) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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geſtochen. Der Stich hat ſich in Ermangelung an Für⸗ ſorge verſchlimmert, denn meine Pathin hatte nicht die Zeit, ſich pflegen zu laſſen, und man war genöthigt, ihr den Arm abzunehmen. Von Zeit zu Zeit öffnet ſich die Wunde und iſt dann ſehr ſchmerzlich für ſie.

Arme Frau! ſagte der Greis mit zerſtreuter Miene. Was die Bruſtkrankheit meiner Pathin betrifft, fuhr Mariette fort,viele Wollkratzerinnen ſind damit behaftet wie ſie, ſagt der Arzt, weil ſie unabläßig den ungeſun⸗ den Staub einathmen, der aus der Wolle kommt, die ſie klopfen. Meine Pathin iſt wie entzwei gebogen, und bei⸗ nahe jede Nacht hat ſie ſo ſchmerzliche Huſtenanfälle, daß ich ſie oft mehrere Stunden in meinen Armen halten muß.

Alſo Ihre Arbeit allein gibt Ihrer Pathin den Le⸗ bensunterhalt?

Das iſt ganz einfach, mein Herr, ſie kann nichts mehr verdienen.

Dieſe Aufopferung von Ihrer Seite iſt edelmüthig.

Ich thue, was meine Schuldigkeit iſt; meine Pathin hat mich nach dem Tode meiner Eltern bei ſich aufge⸗ nommen und drei Jahre Lehre für mich bezahlt. Ohne ſie verſtünde ich das Gewerbe nicht, von dem ich lebez iſt es nicht billig, daß ſie nun aus dem Beiſtand, den ſie mir einſt gewährt, Rutzen zieht?

Und um die Bedürfniſſe Ihrer Pathin und die Ih⸗ rigen zu beſtreiten, arbeiten Sie ohne Zweifel viel?

So viel ich kann, mein Herr, fünfzehn bis achtzehn Stunden im Tag.

Und bei Nacht wachen Sie bei Ihrer Pathin, ſtatt ſich die nöthige Ruhe zu gönnen?

Wer würde bei ihr wachen, wenn ich es nicht thäte, mein Herr?

Warum hat ſie aber nicht in ein Hoſpital zu kom⸗ men geſucht?

Der Arzt hat geſagt, man würde ſie nicht in einem