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„Oh! ja,“ ſprach Mariette, gerührt von dieſen Worten. „Genothigt zu ſein, ſich an einen Fremden zu wenden, um „
Das junge Mädchen vollendete nicht, errothete aber⸗ mals, und ſeine Augen wurden feucht.
Der öffentliche Schreiber fuhr fort, indem er Mariette mit wachſender Theilnahme anſchaute:
„Ich wiederhole, beruhigen Sie ſich, mein Kind. Bei mir haben Sie weder Schwatzhaftigkeit, noch Spott zu befürchten; ich habe immer als etwas Rührendes, Hei⸗ liges das Vertrauen betrachtet, das mir die Perſonen ge⸗ währen müſſen, die der Zufall oder das Unglück der Wohlthaten der Erziehung beraubt hat.“
Dann lächelte der Schreiber gutherzig und fügte bei:
„Ah! Mademoiſelle, glauben Sie indeſſen nicht, ich ſpreche ſo, um mich auf Koſten meiner Collegen zu rüh⸗ men und ihnen eine Clientin zu entziehen! Nein, nein,“ ſagte er ernſt, „ich ſpreche mit Ihnen, wie ich denke, und in meinem Alter kann man dieſe Prätention wohl geſtehen.“
Immer mehr bewegt von der Sprache des Greiſes, erwieverte ſie:
„Ahl ich danke, mein Herr; Sie erleichtern mich um die Hälfte meiner Pein, indem Sie meine Verlegen⸗ heit begreiſen, entſchuldigen. Oh! ja,“ fügte ſie ſeufzend bei, „es iſt ſehr grauſam, weder ſchreiben, noch leſen zu können, aber das hängt, leiver! oft nicht von uns ab.“
„Ei! mein Gott, mein armes Kind, es wird bei Ihnen, ich bin es feſt überzeugt, geweſen ſein, wie bei ſo vielen anderen Mädchen, die ſich an mich wenden; es hat ihnen nicht am guten Willen, zu lernen, gefehlt, ſon⸗ vern am Koönnen. Die Einen, in Abweſenheit ihrer außer dem Hauſe beſchäftigten Eltern genöthigt, von ih⸗ rer Kindheit an ihre kleineren Brüder oder Schweſtern zu hüten, haben nie die Zeit gehabt, um in die Schule gehen; die Andern, ſehr frühzeitig in die Lehre ge⸗ geben „


