Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 7. Abtheilung, Die Schlemmerei : zwei Bändchen (1852) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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und des Reichthums, mit denen die unendliche Freigebigkeit des Schöpfers das Geſchöpf begabt hat. Da aber nichts reizender iſt, als eine Plauderei beim Nachtiſch unter Leuten von Geiſt, ſo bitte ich inſtändig, im Inte⸗ reſſe unſeres unglücklichen Bruders, des Abbé Ledoux, die Repräſentanten dieſer verſchiedenen Sünden, uns zu ſagen, was ſie ihnen Alles an Glückſeligkeit für ſich und die Anderen zu verdanken haben oder gehabt haben.

Einſtimmig angenommen, wurde der Vorſchlag des Doctor Gaſterini mit vollkommener Liebenswürdigkeit und heiterem Erguſſe ausgeführt. Henry David allein, der als der Vorletzte ſprach, intereſſirte lebhaft, indem er von den Wundern der Hingebung und des Edelmuths ſprach, welche der Neid Frederie Baſtien eingeflößt hatte, und er vergoß ein paar ſüße Thränen, indem er den Tod dieſes trefflichen Kindes und den ſeiner en⸗ geliſchen Mutter erzäͤhlte. Zum Glück endigte die Er⸗ zählung der Unkeuſchheit das Mittagsmahl, und die lebhafte Marquiſe machte die Geſellſchaft viel lachen, als ſie von ihrem Abenteuer mit dem Erzherzog ſpre⸗ chend, deſſen Flamme ſie nie getheilt hatte, ſagte, es ſei leichter, einen Cardinal⸗Legaten dahin zu bringen, daß er als Pandur eine Maskerade mitmache, als einen deutſchen Prinzen zu der Einſicht zu führen, der Menſch ſei für die Freiheit geboren.

Und vieſer Schnee, liebe, ſchöne Marquiſe, fragte

leiſe der Doctor nach ihrer Erzählung,dieſe Rü⸗ ſtung von Eis, welche Sie ſo verächtlich gegen die armen Leute macht, die Sie entzündeten, ſie iſt alſo noch nicht an ſo vielen Feuern geſchmolzen? Nein, mein guter Doctor, erwiederte auch leiſe die Marquiſe mit einem leicht ſchwermüthigen Lächeln,die Erinnerung an meinen blonden Erzengel, mein Ideal und meine einzige Liebe, erhält ſich ſo immer friſch und rein im Grunde meines Herzens wie eine Blume unter dem Schnee.

Und ich hatte Gewiſſensbiſſe! rief der Domherr