Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 7. Abtheilung, Die Schlemmerei : zwei Bändchen (1852) Les sept péchés capitaux
Entstehung
Einzelbild herunterladen

141

Ihr Sohn können überall Ihren Namen ſegnen machen, wie er es gethan hat?

Was dies betrifft, Doctor, das iſt die reine Wahrheit; ich geſtehe Ihnen auch, daß kein Tag ver⸗ geht, an welchem ich nicht aus dieſem Geſichtspunkte Gott danke, daß er mich als den Geizigſten der Men⸗ ſchen geboren werden ließ.

Und der Freund Ihres Sohnes, der Marquis von Saint⸗Herem, wie geht es ihm?

Er iſt geſtern mit ſeiner Frau bei uns geweſen. Das iſt die Perle der Ehen. Der Marquis hat uns eingeladen, das Schloß zu beſuchen, welches er im Thale von Chevreuſe hat bauen laſſen. Man ſagt, ſein Palais in Paris ſei nichts gegen dieſe neuen Herrlich⸗ keiten. Es ſcheint, es ſind dort ſeit drei Jahren fünf⸗ zehnhundert Arbeiter beſchäftigt, nicht zu reden von der Terraſſirung des Parks, welche allein die Arnie von drei bis vier Dörfern in Anſpruch genommen hat, und da der Marquis reichlich bezahlt, ſo begreifen Sie, welchen das in der Umgegend des Schloſſes verbrei⸗

et hat.

Sie werden mir alſo zugeſtehen: wenn der Oheim des Marquis nicht eben ſo geizig geweſen wäre, als Sie, ſo hätte dieſer edelmüthige junge Mann nicht ſo vielen Familien Arbeit geben können.

Es iſt wahr, mein lieber Doctor, es wird auch der Name des heiligen Ramon, wie der Marquis ironiſch ſeinen Oheim hat taufen laſſen, im Andenken an dieſen großen Geizigen von Allen geſegnet.

Es iſt unbegreiflich, ſagte der Domherr,der Doector hatte alſo Recht? Ich bin verwirrt durch das, was ich höre, was ich ſehe! Wir werden alſo mit den ſieben Todſünden zu Mittag ſpeiſen?

Herr Henri David, meldete der Kammerdiener.

Bei dieſem Namen wurde die Phyſiognomie des Doctors ernſt; er ging David entgegen, nahm voll Innigkeit ſeine beiden Hände und ſprach;