Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 7. Abtheilung, Die Schlemmerei : zwei Bändchen (1852) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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„Don Diego,“ ſagte der Dockor, „wir werden von der Dankbarkeit, die Sie mir ſchuldig zu ſein glauben, reden, wenn wir einen Blick auf dieſe letzte Bude ge⸗ worfen haben. Es handelt ſich hier um eine Induſtrie, der durch ihre hohe Wichtigkeit der Vorzug vor allen denjenigen gebührt, von welchen wir geſprochen haben. Die Frage iſt ernſt, denn ſie hat Beziehung auf den Einfluß der Schlemmerei auf das Gleichgewicht Eu⸗ ropas.“

„Das Gleichgewicht Europas!“ verſetzte der Dom⸗ herr immer mehr erſtaunt. „Die Schlemmerei iſt von einiger Bedeutung bei dem Gleichgewichte Europas?“

„Ah! ah! Don Diego,“ ſagte der Abbé Ledoux die Achſeln zuckend, „wenn Sie auf dieſen Verſucher hören, ſo wird er Ihnen noch viel erſtaunlichere Dinge be⸗ weiſen.“

„Mittlerweile, mein lieber Abbé, will ich dem edlen Don Diego und auch Ihnen beweiſen, daß ich nichts behaupte, was nicht ſtreng wahr iſt. Und vor Allem werden Sie mir zugeſtehen, nicht wahr, daß die Macht der Militärmarine einer Nation, wie die franzöſiſche, von großem Gewichte in der Wagſchale der Geſchicke Europas iſt?“

„Gewiß,“ erwiederte der Abbé.

„Sie werden mir zugeben,“ fuhr der Doctor fort, „daß, je nachdem dieſe Militärmarine zunimmt oder ab⸗ nimmt, Frankreichs Einfluß zur See in demſelben Ver⸗ hältniſſe verliert oder gewinnt?“

„Offenbar!“ ſagte der Domherr.

„Schließen Sie doch!“ rief der Abbé, „hier er⸗ warte ich Sie.“

„Ich ſchließe alſo, mein lieber Abbé, daß, je mehr die Schlemmerei Fortſchritte macht, je mehr ſie für die Menge zugänglich iſt, deſto mehr die Militärmarine an Stärke und Einfluß gewinnen wird; und dies, Don Diego, werde ich Ihnen beweiſen, indem ich Sie nur dieſe Aufſchrift zu leſen bitte.“