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Ueber dieſer Bude, der einzigen, welche nicht ein Neffe oder eine Nichte des Doctors inne hatte, las man in der That die Aufſchrift:
Colonialwaaren.
„Colonialwaaren,“ wiederholte laut der Domherr⸗ Und er ſchaute den Arzt mit einer fragenden Miene an, während ſich der ſcharfſinnigere Abbé vor Aerger auf die Lippen biß.
„Brauche ich Ihnen zu ſagen, ehrwürdiger Dom⸗ herr,“ fuhr der Doctor fort, „daß wir ohne Colonien keine Handelsmarine hätten, und ohne Handelsmarine keine Kriegsmarine, da dieſe ſich unter den Matroſen von den Handelsſchiffen rekrutirt? Nun! wenn die Schlemmer nicht alle die vortrefflichen Dinge verzeh⸗ ren würden, von denen Sie hier Muſter ſehen, — Zucker, Kaffee, Vanille, Zimmet, Gewürznelken, Ingwer, Reis, Piſtazien, Muskate, Cayenne⸗Pfeffer, Inſeln⸗Liqueur, Hachayr von Indien u. ſ. w., was würde, das frage ich Sie, aus unſern Colonien, das heißt aus unſerer See⸗ macht werden?“
„Ich bin geblendet!“ rief der Domherr, „ich habe den Schwindel! bei jedem Schritte fühle ich mich um hundert Ellen größer werden.“
„Und Sie haben wahrlich Recht, Don Diego,“ ſagte der Doctor, „denn wenn Sie, nachdem Sie beim Nach⸗ tiſch eine Schlagrahmecröme à la Vanille gekoſtet haben, auf welche ein Glas Conſtantia⸗Wein gefolgt iſt, eine Taſſe Kaffee ſchlürfen, worauf Sie mit ein paar Gläs⸗ chen Inſelnliqueur mit Zimmet oder Gewürznelken be⸗ reitet ſchließen, nun, ſo wachſen Sie heroiſch zu der ma⸗ ritimen Größe Frankreichs empor, Sie thun in Ihrer Sphäre ſo viel, als der Matroſe oder der Kapitän, und, was den Kapitän betrifft, Don Diego,“ fügte der Doe⸗ tor traurig bei, „ich muß Ihnen bemerken, daß allein
Die Schlemmerei. 9


