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V.
Acht Tage nach der Eutführung von Dolores Sal⸗ cedo durch den Kapitän Horace erhielt der Abbs Le⸗ der bettlägerig war, einen Beſuch von ſeinem
rzte. Der Kranke, welcher in einem weichen Bette im Hintergrunde eines Alcoven einer bequemen Wohnung lag, hatte immer das fette, blühende Geſicht; ſein drei⸗ faches Kinn ging bis auf den Kragen eines feinen Hemdes von holländiſcher Leinwand herab, und der Purpurglanz der Geſichtshaut des heiligen Mannes contraſtirte mit der unbefleckten Weiße ſeiner, nach der alten Mode, von einem orangefarbigen Bande um⸗ ſchloſſenen, baumwollenen Mütze. Trotz dieſes Anſcheins einer erfreulichen Geſundheit, ſtieß der Abbé, der den Kopf mit einer ſchmerzlichen Miene auf ſein Ohrkiſſen ſtätzte, von Zeit zu Zeit klägliche Seufzer aus, während ſeine kurze Hand ſeinem Arzte, der ihm mit großem Ernſte den Puls fühlte, überlaſſen war.
Der Doctor Gaſterini, obgleich er fünf und ſechzig Jahre zurückgelegt hatte, ſchien nicht ſechzig alt zu ſein. Gerade und hoch gewachſen, hager und nervig, mit klarem Teint und hochrothen Lippen, ließ der Doctor, wenn er mit ſeiner feinen ſpöttiſchen Miene lächelte, zwei und dreißig tadellos weiße Zähne erblicken, welche mit der Glätte des Elfenbeins die ſchneidende Härte des Stahls zu verbinden ſchienen; ein Wald von wei⸗ ßen, natürlich gelockten Haaren umgab das liebenswür⸗ dige und geiſtreiche Geſicht des Doctors; immer ſchwarz mit einer gewiſſen Coquetterie gekleidet, war er der Ueber⸗ lieferung der kurzen Hoſe von Seidenſtoff, den Schuhen mit goldenen Schnallen und den ſeidenen Strümpfen, wel⸗ che ſein nerviges Bein hervorhoben, treu geblieben.


