Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Florence und Morgens: guten Morgen Mi⸗ chel. . . guten Morgen Florence . oder auch: Es iſt Zeit auszugehen; und von Zeit zu Zeit: Muth Michel, Muth Florence, denken wir an unſer Paradies und ſeien heiter in der Hölle!! Du ſiehſt, wie ſehr unſre Vorſicht genützt hat! Würdeſt Du glauben, daß Michel doch bisweilen das Mittel fand, zu ſchwatzen, er that's mit dem Heft des Meſſers, das er an die Scheide⸗ wand ſchlug; ich mußte oftmals Stille gebieten . . . Urtheile nun, wenn wir das Unglück hatten, uns zu ſprechen! ...

Und dieſe ſeltſame Correſpondenz genügte euch?

Vollkommen lebten wir nicht mit einander ... trotz dieſer Mauer, die uns trennte? Strebten unſer Geiſt, unſre kleinſten Gedanken nicht nach demſelben Ziele? und dieſen Zweck verfolgen, hieß immer an einan⸗ der denken. Sahen wir uns nicht jeden Morgen und Abend, wir liebten uns nicht, das war genug. .wenn wir uns geliebt hätten, brrrr. das Eiſen wird nicht raſcher vom Magnete angezogen, als es uns gegenſeitig begegnet wäre . Endlich vor vierzehn Tagen war unſer Ziel erreicht; wir hatten in vier Jah⸗ ren zwei und vierzig tauſend vier hundert Franken er⸗ worben! Ich hoffe, daß es genug iſt! Wir hätten uns, wie die Kaufleute ſagen, einige Monate früher zurück⸗ ziehen können; aber wir ſagten oder vielmehr ſchrie⸗ ben uns:Man muß zwar nur ſoviel wollen, als nö⸗ thig iſt; aber es iſt doch gut, wenn der Arme, der an uns vorübergeht und Hunger hat, bei uns auch ſeine Nothdurft findet . . . Nichts gibt der Seele, einem Körper mehr Ruhe, als das Bewußtſein, immer gut und menſchlich geweſen zu ſein .. . das beruhigt. Da wir ſchon mal im Zuge waren, ſo verlängerten wir

unſre Hölle um einige Zeit. Jetzt, Valentine! geſtehe,

daß nichts der wohlgeleiteten Trägheit gleichkommt,