Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Jahren die erwünſchte Summe erſpart hatten .. Nun, habe ich nicht Recht, wenn ich von der Macht der Trägheit ſprach, oder habe ich Unrecht?

Ich kann mich nicht von dem Gedanken erholen es iſt unmöglich.

Ach, mein Gott! Valentine, wie Michel ſagte: Es wohnt eine lebhafte Neigung zur Trägheit in außerordentlich thätigen Menſchen. Weßhalb arbeiten ſo viele, durchaus nicht ehrgeizige und habgierige Menſchen, oft mit der unermüdlichſten Anſtrengung? um ſich je eher, je lieber zur Ruhe zu ſetzen. O, was iſt die Ruhe anders, als die Trägheit? Und, fügte Michel hinzu,man weiß nicht, welcher Arbeit ein Träger fähig iſt, um wieder mal träge ſein zu können.

Du haſt Recht . ich begreife jetzt, daß die Liebe zur Trägheit momentan die größte Liebe zur Ar⸗ beit geben kann; aber ſehe nur Florence, warum habt ihr einander ſo nahe und doch getrennt gewohnt?

O! was das betrifft? ſiehſt du? Valentine, das war von unſrer Seite die größte Klugheit. ein Ent⸗ ſchluß der Ueberlegung .. der höchſten Einſicht, ſagte Florence mit einem triumphirenden Tone voll Heiterkeit und Liebenswürdigkeit: Was war unſer Zweck? So

raſch als möglich das Geld zuſammenzubringen, um

einſt träge ſein zu können; in dieſem Sinne iſt Zeit Geld; je weniger wir alſo Zeit verlieren, deſto mehr

gewinnen wir Geld; das einfachſte Mittel, viel Geld zu verlieren, wäre geweſen, wenn wir viele Zeit zu⸗

ſammen zugebracht, leeren Träumereien nachgehängt

und mit einander geſchwärmt hätten; wir hätten das ſo ſchön gefunden, daß uns der Rückweg zur Arbeit unmöglich geweſen wäre . . aber dann, gute Nacht Arbeit, das heißt, gute Nacht Mittel, durch das wir einſt in den Stand geſetzt würden, für immer träge zu ſein; denn um träge zu ſein, muß man nach Luſt und

Behagen leben können. Das iſt aber noch nicht Alles,