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das hätte mich genirt; wenn ich das Magazin ver⸗ ieß
„Dein Tagewerk war alſo noch nicht vollbracht?“
„Um acht Uhr, wohin denkſt du? ich hatte ausbe⸗ dungen, daß ich um acht Uhr frei ſein müßte, um meine Zeit noch ferner nützlich anwenden zu können Ein Jahr lang fertigte ich zu Hauſe Tapeten, Muſikalien und Aquarelle; aber ſpäter fand die Frau eines Freundes von Michel in mir etwas, was ſie an⸗ zog, eine gute, alte, blinde Frau von beſſerem Stande aber ſehr miſanthrop; da ſie nicht ausgehen konnte und Niemand bei ſich ſehen wollte, ſo zog ſie es vor, ihre Abende damit zuzubringen, ſich vorleſen zu laſſen; drei Jahre lang war ich ihre Vorleſerin mit einer Beſoldung von 800 Franken. Ich kam zu ihr um neun Uhr; ich las, wir plauderten und tranken unſern Thee. Dieſe Dame wohnte in der Rue de Louvre, und Michel holte mich ab, wenn er nach Mitternacht aus ſeinem Theater kam.“
„Aus ſeinem Theater?“
„Ja, aus dem Odevn.“
„Ach! mein Gott!“ rief Valentine, „er war Schau⸗ ſpieler ?“
„Wie thöricht Du biſt?“ ſagte Florence laut la⸗ chend, „keineswegs; er war Controleur des Odeon. Ich ſage dir, daß wir alle Arbeiten verrichteten . Michel war im Theater an ſeinem Controletiſche, nach⸗ dem er ſein Bureau verlaſſen, wo er zweitauſend vier⸗ hundert Franken jährlich verdiente .
„Michel? ſo indolent? unfähig ſonſt, ſeine eignen
Angelegenheiten zu beſorgen?“
„Und bemerke wohl, daß er nach ſeiner Zuhauſe⸗ kunft die Handelsbücher ins Reine ſchrieb, was unſere Revenüen ſehr vermehrte . . . Nun wirſt Du, meine gute Valentine, begreifen, daß wir ſo ſtreng ökonomiſch lebend, Winters ſelbſt des Feuers entbehrend, und ſogar
unſere Sonntage mit Arbeit zubringend, daß wir in vier


