Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Sehen Sie, mein Herr, wohin die Liebe führt? keine Ruhe immer auf der Wache . geſpitz⸗ ten Ohrs, unruhigen Auges, pochenden Herzens um⸗ hergehen, Ränke ſchmieden, unaufhörlich lauern. . .

Und die Unruhe, Madame? und die Promenaden auf der Straße, auf ein gegebenes Zeichen, im Regen und Schnee?

Und die verfehlten Rendezvous, nach dreiſtündi⸗ gem Warten, mein Herr?

Und die Duelle, Madame?

Und die Eiferſucht, mein Herr? und die raſchen Fahrten in ſchrecklichen Fiakern, wo man zermalmt, gebrochen ankömmt 4

Ach welche Qual! welche Anſtrengungen! Ma⸗ dame, und ich frage Sie endlich, weßhalb?

Das iſt wahr, mein Herr, weßhalb?

Ja; ich verſichere Dich, Valentine, fuhr Florence heiter fort,wenn ein geheimer Zeuge unſte träge Mo⸗ ral vernommen, er hätte wie ein Narr gelacht und doch urtheilten wir ganz klug; als der Moment kam, wo Herr von Luceval mich zum Reiſen wider meinen Willen brin⸗ gen wollte . hat dieſe Phantaſie . 4ℳ

Ja, er hat mir von Deinem Mittel geſagt . . . es war einfach, aber wirkſam.

Was wollte ich zu jener Zeit? Ruhe, denn ob⸗ wohl mein Mann ſehr hart und brutal gegen mich war ſeit jener Scene mit Deinem Briefe, arme Valentine, und ich ihm damals mit einer Trennung gedroht hatte, war ich doch anders geworden. .. Vor dem Gedanken ſchau⸗ ernd, allein zu ſein, das heißt, mich mit tauſenderlei

Dingen zu beſchäftigen, die bisher mein Mann oder

mein Haushofmeiſter beſorgt, beſchränkte ich mich darauf: niemals zu reiſen, meinen Mann ſopft als möglich zum Reiſen aufzumuntern, um nicht immer von ſeinen Auf⸗ forderungen beunruhigt zu werden.

Und Michels Beſuch empfangen zu können, wann

Du wollteſt?

Die ſieben Todſünden. 9