aufrichtigſten Weiſe von der Welt ſchrieben;
zund hat er wirklich Nachforſchungen ange⸗ S
„Mit einem Eifer, der mich in Erſtaunen ſetzte, denn er ſetzte mich von allem in Kenntniß; unglückli⸗ cher Weiſe hatte Dein Mann gute Maßregeln getroffen, daß wir nichts in Erfahrung bringen konnten, auch er⸗ hielten wir keine Nachricht „keinen Brief von Dir.“
„Ach, Florence . . wie eine Gefangene gehalten, in einer einſamen Wohnung mitten im Walde, umge⸗ ben von Leuten, die dem Herrn von Infreville ergeben waren wurde mir jede Abſendung eines Briefes unmöglich.“
„Wir dachten es wohl, meine arme Valentine . . und mußten endlich auf die Hoffnung verzichten, Dir auf die Spur zu kommen „.
„Und bei dieſer Sorge um mich „ ſahſt Du
wohl Michel oft?“
„Natürlich.“
„Und was dachteſt Du von ihm?“
„Dir all' das Gute zu ſagen, was ich von ihm dachte, hieße mich loben, denn jeden Tag erſtaunte ich mehr über die merkwürdige Aehnlichkeit zwiſchen deinem Charakter, ſeinen Ideen, Neigungen und den mei⸗ nen Und da ich nicht jene menſchenſcheue Beſchei⸗
denheit beſitze, wenn ich mit mir ſelbſt ſpreche „ſo
fand ich daß wir beide allerliebſt ſeien . „Du dachteſt wohl damals . „ Dich von Deinem Mann zu trennen „ „Wie ſchlecht ſie doch iſt!“ ſagte Florence, ihrer Freundin mit dem Finger drohend, „nein, Madame ..
die Urſache unſerer Trennung iſt eine ganz andere „
denn wir, Michel und ich, blieben unſrem Charakter ſo
treu, daß wir, von Dir ſprechend, und folglich von allen
groben Beleidigungen, Schändlichkeiten, all' dem Kum⸗ mer, den eine „verbrecheriſche Verbindung“ wie die Männer ſagen, herbeiführt, — daß wir uns in der


