Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Zweifel und Bitterkeit.Endlich hat er ſich doch ein⸗ mal aus ſeiner Apathie aufgerafft!

Ja, ja, Schändliche . er war beunruhigt und da er dachte, ich hätte Dich am Tage zuvor geſehen und ſei vielleicht beſſer unterrichtet als er, ſo ſchrieb er mir und bat mich, ihn zu empfangen, was ich ihm bewilligte; es war nichts natürlicher, da er unſer Vetter iſt.

Aber Dein Mann?

Er hatte keine Einwendung dagegen, da er nicht wußte, daß Michel der Gegenſtand der Leidenſchaft ſei, die Dich unglücklich gemacht.

Allerdings, Herr von Luceval erfuhr es etſt e durch mich.

Michel beſuchte mich, ich erzählte ihm die grau⸗ ſame Szene, deren Zeuge ich geweſen. Sein Schmerz rührte mich; er war tief und widerſprach dieſem, jedem Kummer feindlichen Charakter, der den Schwerz als eine An⸗ ſtrengung der Seele betrachtete und das Vergeſſen, als Leichteſtes, allem vorzog.

Sollte Michel jetzt ſo verändert ſein, daß dieſer Charakter nicht mehr der ſeine wäre?

Es iſt der ſeine, mehr als je der ſeine, meine gute Valentine . . . Michel iſt immer, war immer der Richel, den Du gekannt. Deßhalb wiederhole ich Dir, daß mich ſein Schmerz ſehr gerührt hat. Wir ſind ſo⸗ dann übereingekommen, alles mögliche zu thun, um Dich wiederzufinden. Er war feſt entſchloſſen, ich ſage feſt. . denn Du begreifſt, was für einen Trägen, wie er, die Ausſicht auf ſo viele Mühe, Unruhe iſt!. Nur ..

Nur?

Rief er naiv aus:Mag ich ſie finden vder nicht! Es iſt die letzte Geliebte, die ich haben werde. Es ſtimmt dieß vollkommen, wie Du ſiehſt, mit meinem Abſcheu vor der Angſt überein, in die Dich die Unannehmlichkeit verſetzen kann, einen Geliebten zu haben. Ich fand WMichel in guter Stimmung und ermuthigte ihn in ſeinen Beſtrebungen, Dich wieder zu finden.