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würdige Reinheit ihre Züge drückten eine unaus⸗ ſprechliche Ruhe aus.
Einige Schritte davon ſah man inmitten des durch⸗ ſichtigen Waſſers jenes Flüßchens, das die Orangen⸗ bäume gleichfalls beſchatteten, einen großen halb ein⸗ gegrabenen Binſenkorb, angefüllt mit grünen Waſſerme⸗ lonen von wundervoller Haut, rothe Feigen und früh⸗ reife Trauben, die in dieſer beinahe eiſigen Welle er⸗ friſcht wurden, in der auch Cryſtallcaraffen mit gelber Zitronenlimonade und rothe Granatäpfel ſtanden .. Endlich ſah man auf dem Raſen, der den Bach umgab und immer beſchattet war, zwei große Fauteuils, Stroh⸗ matten, Kiſſen, Polſter und andere Werkzeuge der Träg⸗ heit und des far niente, ferner nahe bei den Fauteuils einen Tiſch, auf welchem durcheinander einige Bücher, feine türkiſche Pfeifen, Kryſtallkelche und aufeiner Platte kleine Maiskuchen nach der Sitte des Landes, lagen und ſtanden. Um das Bild zu vollenden, ſah man durch zwei Oeffnungen der Baumgruppen auf der einen Seite die blauen, ruhigen Wellen des mittelländiſchen Meeres, auf der andern die ſtufenförmigen Gipfel hoher Berge, deren majeſtätiſche Linien ſich von dem Azur des Him⸗ mels abhoben.
Valentine, überraſcht von dem Schauſpiel, das ſich ihren Augen bot, hielt unwillkürlich vor Entzücken ine
Plötzlich öffnete ſich mechaniſch die Hand von Flo⸗ rence, der Fächer ſiel und die Schläferin erwachte durch die Bewegung.
Beim Anblick der Frau von Infreville einen Freu⸗ denſchrei ausſtoßen, aus der Hängematte ſpringen und
ch der Freundin um den Hals werfen — waren die erſten Bewegungen von Florence.
„Ah!“ ſagte ſie, Valentine zärtlich umarmend, während die Thränen zärtlicher Freude ihre Wimpern befeuchteten: „ich war gewiß, daß Du kommen wer⸗ deſt. „Seit zwei Tagen erwartete ich Dich und Du


