Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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den Mund, um Frau von Infreville Schweigen zu be⸗ deuten, dann machte ſie ihr ein Zeichen, nach lints zu blicken und blieb unbeweglich. Auch Valentine plieb unbe⸗ weglich.

Der Leſer vernehme, was ſie ſah:

Zwei caraibiſche Hängematten, aus tauſendfarbigen Binſen geflochten, hiengen in geringer Entfernung von einander an den äſtigen Stämmen der Orangenbäume.

Eine dieſer Hängematten war lees

In der andern ruhte Florence.

Eine Art leichten Schleiers von weißem Tuche mit blauen Streifen, der über der Hängematte angebracht war und von dem Winde bewegt wurde, welcher ſich vom Meere her erhob, gab dieſem luftigen Bette ein ſanftes Gleichgewicht.

Florence ſchlief . . . entblöſten Armes und Hal⸗ ſes mit einem weißen Pudermantel bekleidet, in einer durch Leichtigkeit, Weichheit und Anmuth gleich anziehenden Stellung . Auf ihrem rechten, halb ge⸗ krümmten Arme ruhte ſehnſuchtsvoll der reizende Kopf und bisweilen hob der friſche Athem des Windes, der die Stirne der jungen Frau küßte, einige Locken ihrer blonden Haare; . . . ihr linker Arm hieng nachläſſig aus der Hängematte, ihre Hand hielt noch den großen grünen Fächer, mit dem ſie ſich wenige Augenblicke, ehe der Schlaf ſie überraſcht, Kühlung zugeweht . .. Eines ihrer reizenden Beine, unbedeckt bis zum Beginn einer kleinen prallen Wade, eingehüllt in das feine Gewebe eines Strumpfes von ſchottiſchem Garn, hieng gleichfalls nachläſſig aus der Hängematte und zeigte einen Cendrillonfuß, der in einem Pantoffel von rothem Maroquin ruhte.

Nie hatte Valentine Florence ſchoner, roſiger, fri⸗ ſcher geſehen; ihre purpurrothen, halbgeöffneten Lippen athmeten rein und ſüß wie ein Kind, und die anbetungs⸗