Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Herr von Luceval inne, ſann einen Augenblick nach und kehrte langſam zu dem Wagen zurück, in welchen er ſeine Waffen niederlegte, indem er ſagte:

Es wird immer noch Zeit ſein. . . Und meinen Schwur ich werde ihn halten . ſo lange die Verzweiflung und die Wuth mich nicht über die Grenzen der Vernunft und der Ehre treiben.

Die Augen auf das Häuschen geheftet, ſtieg Herr von Luceval den Fußpfad hinab und gegen ſeine mäch⸗ tige Verſuchung zu kämpfen ſcheinend, unterſuchte er den Hag, von welchem der Garten umgeben war.

Während der letzten Vorfälle war Valentine an der äußeren Thüre der Umnfriedung angekommen und hatte geklopſft.

Nach einigen Augenblicken öffnete ſich die Pforte.

Eine Frau von ungefahr fünfzig Jahren, ſehr reinlich nach Art der Provengalinnen gekleidet, erſchien auf der Schwelle.

Bei ihrem Anblick rief Valentine, ohne ihr Erſtau⸗ nen zu verbergen:

Sie ſind es, Madame Reine!!

Ja, Madame, erwiderte die alte Frau mit einem ſüdlichen Accente und, wie es ſchien, durchaus nicht er⸗ ſtaunt über den Beſuch Valentinens.Ihre ergebene Dienerin, bemühen Sie ſich einzutreten.

Valentine ſchien eine Frage zu unterdrücken, die ihr auf den Lippen ſchwebte, erröthete leicht, trat in den Garten und die Thüre ſchloß ſich hinter den beiden Frauen. Frau Reine war die Amme und einzige Die⸗ nerin Michel Renaudos, ſelbſt in den Zeiten ſeines Glan⸗ zes geweſen.

Frau von Infreville kam bald unter das dichte Laubgewölbe der Orangenbäume, in deren Mitte das kleine weiße Haus lag.

Iſt Frau von Luceval hier? fragte Valentine mit etwas angegriffener Stimme.

Die alte Amme blieb ſtehen, legte einen Finger auf