Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Vorſicht. Die Stunde, zu welcher ſie ausgehen, er⸗

leichtert uns die Sache ſehr; wenn das nichts hilft. .. müſſen wir uns weiter verabreden .. .

Vielleicht wäre es vorzuziehen, wenn ich, um nicht ihren Verdacht zu erregen, ihnen allein folge.

Gut, mein Herr . und wenn es Ihnen nicht gelingt ſo werde ich den Verſuch machen.

Zwei leichte Schläge an die Thüre des Salon un⸗ terbrach die Unterhaltung.

Herein! rief Frau von Infreville.

Ein Diener des Hauſes trat ein, welcher einen Brief in der Hand hielt.

Ein Brief, welchen ein Commiſſionär ſo eben für Madame brachte.

Von wem?

Er hat es nicht geſagt, Madame, er ging ſogleich wieder.

Gut, ſagte Valentine, den Brief nehmend.

Dann ſich an Herrn von Luceval wendend, ſagte ſie: Sie erlauben?

Er verbeugte ſich. Valentine löste das Sigel, ſah nach der Unterſchrift und rief plötzlich:

Florence ein Brief von Florence . . .

Von meiner Frau! rief Herr von Luceval.

Und beide ſahen ſich erſtaunt an.

Aber wie weiß ſie Ihre Adreſſe . . Madame?

Ich weiß es nicht ich bin ganz verwirrt.

Leſen Sie, Madame, leſen Sie, bitte ..

Frau von Infreville las, wie folgt:

Meine gute Valentine, ich habe erfahren, daß Du in Paris biſt ich kann Dir nicht ſagen, wie glücklich es mich machen würde, Dich zu umarmen; aber ich muß dies Glück vertagen und auf etwa drei Monate, das heißt, bis auf die erſten Tage des Juni dieſes Jahres verſchieben.

Wenn Du um dieſe Zeit Luſt haſt, Deine beſte Freundin wiederzuſehen (ich zweifle nicht an Deinem