Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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guten Willen), ſo gehſt Du zu Herrn Duval, Notar zu Paris, Rue Montmartre Nr. 17, und ſagſt ihm, wer Du biſt: er wird Dir einen Brief geben, in welchem Du meine Adreſſe findeſt; den Brief ſelbſt wird er erſt Ende Mai erhalten, denn in dieſem Augenblick kennt mich Herr Duval nicht einmal dem Namen nach.

Ich bin ſo feſt von Deiner Freundſchaft ver⸗ ſichert, meine gute Valentine, daß ich auf Deinen Be⸗ ſuch zähle; der Weg wird Dir vielleicht etwas lang vorkommen. aber Du kannſt Dich bei mir von Deinen Strapazen erholen und Gott weiß, wie viel wir zu plaudern haben.

Deine beſte Freundin, die Dich von ganzer Seele umarmt.

Florence von L.

Man kann ſich das Erſtaunen Valentinens und des Herrn von Luceval denken, als ſie dieſen Brief laſen; ſie ſchwiegen einen Augenblick; Herr von Luce⸗ val ſprach zuerſt: fu haben dieſe Nacht geſehen, daß wir ihnen olgten.

Wie aber erfuhr Florence meine Adreſſe? ſagte Valentine nachdenklich.Ich habe Niemanden in Pa⸗ ris geſprochen, außer Ihnen und einen unſerer frühe⸗ ren Bedienten, mit deſſen Hülfe ich Michels Adreſſe erfuhr, da die Schweſter jenes Menſches die Amme Ihres Vetters war.

Warum ſchreibt Florence Ihnen, Madame, und nicht mir, wenn ſie vermuthet, daß ich ihr gefolgt ſei.

Vielleicht täuſchen wir uns, mein Herr, und ſie ſchreibt mir, ohne daß ſie weiß, daß Sie in Paris ſind.

Wozu aber dann dieſer Verzug, warum empfängt ſie Sie nicht ſogleich . . . wozu dieſe indirekte Bitte, ſich

nicht nach Ihrer Adreſſe zu erkundigen, ehe der Mai vorüber iſt, da auch die Perſon, die Ihnen die Adreſſe

übergibt, ſie erſt um dieſe Zeit erfährt.

Ja, das iſt merkwürdig, verſetzte Valentine etwas Die ſieben Todſünden. 8