Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Zweifel Florence nach der lebhaften Erklärung am Mor⸗ gen geſchrieben hatte, gab er einem unüberwindlichen Gefühle der Neugierde nach. Er rief dem Bedienten, der ſogleich herbeilief, und ſagte zu ihm:

Wohin gehſt Du?

Gnädiger Herr, ich will Veilchen für die Frau

Wöhniſ⸗ kaufen und dieſen Brief auf die Poſt bringenh

Und er zeigte den Brief ſeinem Herrn.

Dieſer nahm ihn, warf einen Blick auf die und konnte ſich einer Bewegung des Erſtaunens nicht' erwehren, raſch aber faßte er ſich wieder und ſagte zu dem Bedienten, den er mit einer Geberde entließ:

Es iſt gut, ich werde dieſen Brief beſorgen.

Sobald ſich der Bediente entfernt hatte, ſprach Herr von Luceval zum Mann von Valentine:

Entſchuldigen Sie mich, mein Herr, ich gehorchte irgend einer Ahnung, die mich nicht getäuſcht hat . . dieſer Brief von meiner Frau iſt an Frau von Infre⸗ ville adreſſirt.

Ah! rief der Mann von Valentine mit einem Schimmer von Hoffnung.Sie ſehen alſo wohl, daß wenigſtens meine Frau und die Ihrige miteinan⸗ der im Briefwechſel ſtehen. iſt wahr, doch ich erfahre es heute zum erſten

a

Mein Herr, ich fordere Sie auf, ich beſchwöre Sie, e Brief zu öffnen er iſt an meine Frau adreſirt.ich nehme die ganze Verantwortlichkeit auf mich.

Hier iſt der Brief, leſen Sie ihn, ſagte Herr von Luceval, nicht weniger als Herr von Infreville in⸗ tereſſirt, die Wahrheit kennen zu lernen.

Als Infreville das Billet geleſen hatte, rief er:

Leſen Sie, das iſt um wahnfinnig zu werden, denn in dieſem Briefe erinnert Ihre Frau die meinige

daran, daß ſie den geſtrigen Tag miteinander zuge⸗

bracht, der, wie ſie ſagt, nicht minder angrihi ge⸗