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lung ſtatt, als Sie behaupteten, meine Frau empfange täglich die Ihrige.“
Herr von Infreville wurde leichenbleich; große Schweißtropfen liefen von ſeiner kahlen Stirne. Ein bitteres, zorniges Lächeln zog ſeine blaſſen Lippen zu⸗ ſammen, dann aber ſuchte er ſich zu beherrſchen, da er ſich in den Augen eines Fremden, wie man zu ſagen pflegt, als ein Mann von guter Geſellſchaft benehmen wollte, und ſprach mit ſardoniſchem Ton: 2
„Zum Glück geht das .. unter Ehenmännern vor, mein Herr... und wir müſſen ein wenig Mitleid für einander haben... Im Ganzen .. jeder der Reihe nach, denn man kann nicht wiſſen, was geſchieht.“
„Was wollen Sie damit ſagen, mein Herr?“
„Oh! . mein unbeſtimmtes Mißtrauen war nur zu ſehr gegründet,“ murmelte Infreville mit gedrängter Wuth, „warum habe ich mich nicht früher nach der Wahrheit erkundigt . . Oh! die Weiber, die elenden Weiber!“
„Ich wiederhole, mein Herr, wollen Sie ſich er⸗ klären?“
„Mein Herr,“ erwiederte Infreville mit beinahe feierlichem Tone, „Sie ſind ein galanter Mann, ich vertraue Ihrer Rechtſchaffenheit, in der feſten Ueber⸗ zeugung, daß mir Ihre Zeugſchaft nicht fehlen wird, wenn es ſich darum handelt, eine Schändliche zu ent⸗ larven und zu beſtrafen .. Denn nun errathe ich Alles . . . Oh! die Weiber! die Weiber!“
Befürchtend, die Ausrufungen ſeines Gefährten könnten die Aufmerkſamkeit anderer, unfern von ihnen ſitzender Perſonen erregen, ſuchte Herr von Luceval den Wüthenden zu beruhigen, als er zufällig den Bedienten erblickte, den die Freundin von Valentine einen Brief nach der Poſt zu bringen beauftragt hatte.
Dieſer ein wenig einfältige und träge Burſche
ing ſich wiegend mit dem Billet in der Hand. Als In Herr von Luceval einen Brief tragen ſah, den ohne ₰


