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meine Schwäche entſchuldigen will, mußt Du das Ver⸗
hängnißvolle derſelben begreifen. Herr von Infreville iſt ein kränklicher Mann, weil er ſich in ſeiner Jugend allen Ausſchweifungen hingegeben hat; verdrießlich, weil er die Vergangenheit beklagt; gebieteriſch und hart, weil er kein Herz hat oder keines mehr hat. Ich war in ſeinen Augen nie etwas Anderes, als ein armes Mädchen ohne Vermögen, das er zu heirathen ſich herbei⸗ gelaſſen, um aus ihr eine Art von Krankenwärterin für ſich zu machen; lange Zeit fügte ich mich in dieſe Rolle, ich erfüllte ſie gewiſſenhaft, eine peinliche, ſchmähliche Rolle, weil die Pflege, die ich meinem Manne angedeihen ließ, nicht von Herzen kam; aber leider erkannte ich zu ſpät, wie verächtlich mein Be⸗ nehmen geweſen war . .4
„Valentine ..
„Nein, nein, Florence, das iſt nicht zu ſtreng .. Ich habe Herrn von Infreville ohne Liebe geheirathet, ich habe ihn geheiratbet weil er reich war; ich habe ihm meine Seele und meinen Leib verkauft, das iſt eine Schande, ſage ich Dir.“
„Ich wiederhole, Valentine, Du klagſt Dich mit Unrecht an. Du haſt mehr an Deine Mutter, als an Dich gedacht.“
„Und meine Mutter dachte noch viel weniger an ſich, als an mich. Als ſie mich zu dieſer Heirath an⸗ trieb, machte der Reichthum von Herrn von Infreville meine kindliche Willfährigkeit zu leicht.. . Kurz, ich fügte mich anfangs in mein Loos. Nachdem ich eine Zeit lang verheirathet war, fühlte mein Mann, der bis da⸗ hin zu leidend, um ſein Haus zu verlaſſen, eine weſent⸗ liche Beſſerung in ſeiner Geſundheit, was er vielleicht meiner Pflege zu verdanken hatte; von dieſem Augen⸗ blick an änderten ſich aber ſeine Gewohnheiten ich ſah ihn beinahe nicht mehr, er lebte außer dem Hauſe, und bald erfuhr ich, er habe eine Geliebte.“
„Arme Valentine!“


