Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Ja, Madame, erwiederte der Diener.

Und er entfernte ſich.

Doch Frau von Luceval rief ihn zurück und ſagte:

Ach! ich vergaß, bringen Sie dieſen Brief auf die Poſt.

Madame hat keinen andern Auftrag?

Nein.

Baptiſt trat ab.

Frau von Infreville begriff die Abſicht ihrer Freun⸗ din, die ſo vorſichtig geweſen, den Hauptauftrag als Nebenſache zu geben.

Ich danke Dir, meine liebe Freundin, ſprach ſie mit innigem Erguß.Der Himmel gebe, daß mir Dein guter Wille nicht unnütz ſein möge.

Ich hoffe esich wünſche es aber Florence, höre mich, die einzige Art, wie ich Dir meine Dankbarkeit für den großen Dienſt beweiſe, den Du mir geleiſtet, beſteht darin, daß ich mich ganz Deiner Diskretion anheimgebe und Dir nichts verberge. Ich hätte vielleicht hiemit anfangen und Dir vor Allem den Zweck dieſes Briefes ſagen müſſen, ſtatt Deine Ergeben⸗ heit und Freundſchaft ſo auf die Probe zu ſtellen; allein ich geſtehe Dir, ich befürchtete einen Tadel und eine Weigerung von Dir, würde ich Dir mittheilen, daß.

Und nach einem Moment ſchmerzlichen Zögerns ſagte Valentine entſchloſſen, während ſie bis unter die Augen erröthete:

Florence, ich habe einen Geliebten.

Valentine, ich vermuthete es.

Oh! ich bitte Dich, richte mich nicht, ehe Du mich gehört haſt.

Meine arme Valentine, ich denke nur an Eines, an das Vertrauen, das Du mir bezeigſt.

Ah! fuhr Valentine beklommen fort,ohne meine Mutter wäre ich nicht zur Liſt, zur Lüge herabgeſtiegen, ich hätte alle Folgen meines Fehlers ertragen, denn 6 ich habe wenigſtens den Muth meiner Handlungen, aber