Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 5. Abtheilung, Die Trägheit : zwei Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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zugleich das Mittel kennt, beinahe immer bei mir zu ſein, und acht bis zehnmal im Tag zu mir zu kommen, ſo daß, wenn zufällig ſein Zeugniß angerufen werden könnte, er nicht verfehlen würde, zu ſagen, er habe Dich nie hier geſehen!

Ich habe dieſe Gefahr vorher geſehen; doch von zwei Gefahren muß man die geringere wählen Ich bitte Dich, ſchicke dieſen Brief auf der Stelle durch einen Deiner Leute fort, oder vielmehrnein . er könnte ſprechen Laß ihn auf die Poſt bringen, er wird immer noch zur rechten Zeit in meine Wohnnug kommen.

Frau von Luceval läutete, ein Kammerdiener trat ein. Sie wollte ihm den Brief übergeben, doch ſie än⸗ derte ihren Entſchluß wieder und ſagte zu ihm:

Iſt Baptiſt da?

Ja, Fran Marquiſe, er iſt im Vorzimmer.

Schicken Sie ihn zu mir.

Der Kammerdiener trat ab.

Florence, warum eher dieſen Diener als einen andern? fragte Frau von Infreville.

Mein Kammerdiener verſteht zu leſen, ich halte ihn für ziemlich neugierig, und er könnte es ſonderbar finden, daß ich Dir ſchreibe, während Du da biſt. Der Bediente, den ich habe rufen laſſen, kann nicht leſen; er iſt einfältig und von ihm darf man keine Indiskre⸗ tion befürchten.

Du haſt Recht, hundertmal Recht, Florence! In meiner Unruhe dachte ich nicht hieran.

Die Frau Marquiſe hat nach mir verlangt, ſagte Baptiſt in den Salon eintretend.

Sie kennen die Blumenhändlerin, die ihre Bude bei den Boins⸗Chinvis hat, fragte Florence.

Ja, Frau Marquiſe.

Gehen Sie dorthin, und kaufen Sie mir zwei große Veilchenſträuße.

Die ſieben Todſünden. 2