Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 4. Abtheilung, Die Unkeuschheit : vier Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Ob ich mich entſinne! rief Dutertre, der tauſend zärtliche und wollüſtige Grinnerungen in ſeinem Innern erwachen fühlte;ah! das war die ſchoöne Zeit unſerer glühenden Liebe, und dieſe ſchöne Zeit tritt wieder ein, be⸗ ſieht; ich ſehe Dich wieder wie in der Vergangenheit; Deine Schönheit glänzt in meinen Augen in neuem Schim Ich weiß nicht, was für ein Blendwerk es iſt doch dieſe Zierlichkeit, dieſe Coquetterie . . dieſer Lieb⸗ reiz . Deine Röthe, Alles bis auf dieſen ſüßen Iris⸗ geruch, den wir ſo ſehr liebten, Alles entzückt und be⸗ rauſcht mich. Nein, nein, nie habe ich Dich hübſcher geſe⸗ hen, fügte Dutertre mit leidenſchaftlichem Ton bei, indem er voll Gluth die ſchönen Hände von Sophie küßte. Oh! ja, Du biſt es, Du biſt es; ich finde Dich wieder, angebetete Herrin meiner erſten Liebe.

Nun, Mädchen, iſt es die hoͤchſte Zeit, daß wir uns entfernen, ſagte ganz leiſe Magdalena zu Antonine, ohne daß ſie ſich des Lächelns erwehren konnte.

Und Belde entfernten ſich auf den Fußſpitzen, ver⸗ ließen den Salon, deſſen Thüre die Marquiſe in der Stille ſchloß, und befanden ſich in dem Cabinet von Herrn Dutertre, das auf den Garten ging.

Magdalena, ſagte Antonine zur Marguiſe,Sie eic mich vorhin nicht vollenden, was ich Ihnen ſagen wollte.

Nun, ſo ſprich, mein Kind.

Herr Franz iſt hier.

Er . . hier? ſagte bebend die Marquiſe, ohne vaß ſie ein ſchmerzliches Gefühl zu verbergen vermochte. Und warum und wie iſt Herr Franz hier?

Da er durch mich wußte, daß Sie ſich dieſen Mor⸗ gen hier einfinden ſollten, kam Herr Franz um Ihnen für alle Güte, die Sie uns erwieſen, zu danken. Er wartet im Garten .. und dort iſt er.

So ſprechend deutete das Mädchen auf Franz, der wirklich auf einer Bank im Garten ſaß.

Magdalena warf einen langen, letzten Blick auf ihren