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blonden Erzengel, ohne eine Thräne zurückhalten zu können, die ihren Augen entftürzte; dann küßte ſie Antv⸗ nine auf die Stirne und ſprach mit leicht bewegter Stimme: 5 „Lebe wohl, mein Kind.“ 2 „Wie!“ rief das Mädchen, erſtaunt über ein ſo ra⸗
ſches Scheiden, „Sie gehen, ohne Franz ſehen zu wollen? Das iſt unmöglich .
Die Marquiſe legte ihren Finger auf ihre Lippen und hieß Antonine durch ein Zeichen ſchweigen; dann entfernte ſie ſich, doch nicht ohne die Augen noch einmal nach dem Garten zu drehen, und verſchwand.
Zwel Stunden nacher reiſte die Marquiſe aus Paris ab; dem Erzherzog hinterließ ſie folgendes Billet: „Hoheit,“
„Ich werde Sie in Wien erwarten, kom⸗ men Sie, um mich vollends zu verführen.*)
„Magdalena.“
*) Den Schluß dieſes Abenteuers wird man in der letzten der ſiehen Todſünden: der Fraß finden.
Ende der Unkeuſchheit.
Die ſieben Todfünden. 1V. Abth. 16


