Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 4. Abtheilung, Die Unkeuschheit : vier Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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6 J

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Sage Herrn Dutertre, ich ſei zu Hauſe, ſprach Sophie zu der Dienerin, welche ſich ſogleich entfernte.

Magdalena wandte ſich nun an ihre Freundin und ſprach mit innigem Ton, indem ſie die Arme nach ihr ausſtreckte:

Und nun, Gott befohlen, Sophie . . theile Deinem

ann mit, daß er von Herrn Pascal befreit ſei.

Du reiſeſt ſchon? erwiederte Sophie traurig:und wann werde ich Dich wieverſehen?

Ich weiß es nicht eines Tages vielleicht; doch ich höre die Tritte Deines Mannes und verlaſſe Dich.

Hienach fügte ſie lächelnd bei:

Nur will ich hinter dieſem heruntergelaſſenen Thür⸗ vorhang mich an Deinem Triumph ergotzen.

Und ſie bedeutete Antonine durch ein Zeichen, ſie möge ihr folgen, und zog ſich hinter den heruntergelaſſenen Thürvorhang des anſtoßenden Salon in dem Augenblick zurück, wo Herr Dutertre in das Schlafzimmer ſeiner Frau eintrat; einige Momente ſchweiften die Augen von Charles umher, als ob er eine Perſon ſuchte, die er zu treffen erwartet hatte, und er bemerkte nicht die Verwand⸗ lung von Sophie, die zu ihm ſagte:

Charles, wir find gerettet .. hier iſt der Verzicht von Herrn Pascal.

Großer Gott! ſollte es wahr ſein! rief Dutertre,

während er die Papiere durchlief, die ihm ſeine Frau zu⸗

geſtellt hatte; dann erſt, da er ſeine Augen wieder auf⸗ ſchlug und auf Sophie heftete, bemerkte er ihre ſo coquette, ſo anlockende Toilette; nach einem Augenblick des Still⸗ ſchweigens, verurſacht durch das Erſtaunen und die Be⸗ wunderung, rief er:

Sophie! was ſehe ich? Dieſe ſo reizende, ſo neue Toilette! das geſchieht alſo, um den Tag unſerer Befrei⸗

ung zu feiern?

Charles, erwiederte Sophie, bald lächelnd, hald erröthend,dieſe Toilete iſt nicht neu; .. . vor einigen Jahren wenn Du Dich entſinnſt, gefiel ich Dir ſo.