Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 4. Abtheilung, Die Unkeuschheit : vier Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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abſcheulich kleiden, wenn ſie alle nach demſelben Muſter geſchnitten ſind.

Sie ſind es leider, antwortete Sophie lächelnd.

Sehr gut, ſagte die Margquiſe,und ich wette, ſie

ſind alle oben geſchloſſen? Ja, alle geſchloſſen, antwortete die arme Sophie. Immer beſſer, ſagte Magdalena.Somit ſind dieſe hübſchen Schultern mit dem Grübchen, dieſe rei⸗ zenden Arme zu ewigem Vergraben verurtheilt. das iſt beklagenswerth. Sprich, haſt Du wenigſtens einen zierlichen Hausrock, ein elegantes Morgenkleid?

Meine Hausröcke find ſehr einfach. Allerdings hatte ich früher. 4

Früher?

Früher hatte ich köſtliche.

Nun! wo ſind ſie?

Ich fand ſie zu jung für eine Hausmutter, wie ich eine bin, antwortete Sophie lächelnd,und ich habe ſie, glaube ich, oben in dieſen Glasſchrank verbannt.

Die Marquiſe hörte nicht mehr: ſie lief an den Schrank, durchwühlte ihn, und fand ein paar ſehr hübſche Hauskleider von geſtreiftem Taffet und von außerordent⸗ licher Friſche; ſie wählte eines mit hellblauem Grund und ſtrohgelben Streifen; die offenen, flatternden Aermel mußten die Arme vom Ellenbogen an nackt laſſen, und obgleich vorne ſich kreuzend, konnte ſich dieſes Kleid nach Belieben öffnen und die Bruſt frei machen.

Vortrefflich, ſagte die Marquiſe,dieſer Stoff iſt reizend und ſo friſch, als ob er neu wäre; ich brauche nun weiße ſeidene Strümpfe, würdig dieſer zierlichen Aſchenbrödels⸗Pantoffeln, die ich auch in dieſem Schranke finde, worin Du Deine Waffen begraben haſt, wie ein Krieger, der nicht mehr in die Schlacht geht.

Aber, meine liebe Magdalena, entgegnete Sophie,

Cs gibt keine aber, erwiederte Magdalena unge⸗