220
das Uebrige erzählen, wenn wir unſerer lieben Sophie die ſchönſte, die coquetteſte Tvilette der Welt gemacht haben; das iſt von großem Belang und beſonders ſehr pringend.“
Dann fügte Magdalena leiſe ins Ohr von Madame Dutertre bei:
„Dein Mann kann jeden Augenblick kommen. .. er ſoll entzückt, bezaubert ſein, er wird es ſein⸗“
Hierauf wandte ſich Magdalena an Antonine und prach:
„Geſchwinde, geſchwinde, mein Kind.. hilf mir dieſe Toilette an's Fenſter bringen .. und beſchäftigen wir uns vor Allem mit dem Kopfputz von Sophie.“
„In der That, Magdalena,“ erwiederte Sophie lä⸗ chelnd, denn unwillkührlich erſchloß ſie ſich wieder der Hoff⸗ nung und dem Glück „in der That Du biſt toll.“
„Nicht ſo toll,“ enigegnete die Marquiſe, während ſie Sophie an den Putztiſch ſitzen machte; und indem ſie das herrliche Haar ihrer Freundin entrollte, fügte ſie bei: „wäre ich häßlich wie ein Ungeheuer, ſo wollte ich doch mit ſolchen Haaren im höchſten Grad anlockend erſcheinen; urtheile ein wenig über Dich, Sophie. .. Auf, Antonine, hilf mir, dieſe Haare ſind ſo lang, ſo dicht, daß ich ſie nicht in der Hand halten kann.“
Sie waren reizend anzuſchauen, dieſe drei Freun⸗ dinnen von ſo verſchiedenartiger Schönheit ſo gruppirt. Das unſchuldige Antlitz von Antonine drückte ein ganz naives Erſtaunen über dieſe improviſirte Toilette aus. Bewegt, in Unruhe verſetzt durch die zaͤrtlichen und gli⸗ henden Erinnerungen an die Vergangenheit, fühlte Sophie, wie unter ihrem Schleier brauner Haare ihr Geſicht, bis dahin bleich und betrübt, ſich mit einer unwillkührlichen Roͤthe färbte, während Magdalena, das herrliche Haar bre Freundin vortrefflich benützend, dieſe zum Entzücken friſirte.
„Welches Kleid willſt Du nun anziehen?“ fragte die Marquiſe Sophie. „Doch ich bedenke, ſie müſſen Dich


