Gatten, in Freunde, wenn Du willſt, iſt nicht plötzlich ge⸗ weſen? Das iſt unmerklich und ohne daß Ihr es gewahr geworden, gekommen?“
„In der That, doch woher weißt Du das?“
„Noch eine Frage, liebe Sophie „in den erſten Tagen Eurer Liebe waret Ihr, ich bin es feſt überzeugt, ſehr gefallſüchtig für einander? Nie war Deine Toilelte friſch genug, hübſch genug? Durch feinen Geſchmack und durch Grazie Alles erhöhen, was Reizendes an Dir war Deinem Mann gefallen . . ihn ſtets verliebt ma⸗ chen dies war Bein einziger Gedanke? Dein Char⸗ les hatte ohne Zweifel irgend einen Wohlgeruch, den er vorzugsweiſe liebte . Und Deine ſchönen Haare, Deine
Kleider entſtrömten dieſen zarten Duft, der, während
der Abweſenheit, die Erinnerung an die geliebte Frau gleichſam materialiſirt?“
„Es iſt wahr, wir liebten ungemein den Geruch des Veilchens und der Iris . dieſer Duft erinnert mich ſtets an unſere ſchönen früheren Tage.“
„Dufiehſt alſo. was Deinen Mann betrifft, ſo bezweifle ich nicht, daß er mit Dir an Sorgfalt, an Eleganz und Ge⸗ ſchmack in den kleinſten Einzelnheiten ſeines Anzuges wettei⸗ ferte.. Beide glühend, leidenſchaftlich, ſchmücktet Ihr voll Wonne Eure junge Liebe. doch ach! aus dem Schvoße dieſes ſo leichten, ſo bequemen Glückes iſt allmälig die Gewohn⸗ heit hervorgegangen, die Gewohnheit, dieſer unſelige Vor⸗ läufer des Sichgehenlaſſens, der Selbſtver⸗ nachläßigung, die Gewohnheit, um ſo gefährli⸗ cher, als ſie oft zum Täuſchen, einer vertraulichen, innigen Hingebung gleicht. Man ſagt ſich: „„Ich bin ſicher, daß
ich geliebt werde; wozu dieſes Beſtreben, dieſe Sorgfalt
jedes Augenblicks? was ſind dieſe Nichtswürdigkeiten gegen die wahre Liebe?““ Und ſo, meine liebe Sophie, kam ein Tag, wo Du, übrigens ganz von Deiner Zärt⸗
lichkeit für Deine theuren Kinder in Anſpruch genommen
Dich nicht mehr darum bekümmerteſt, ob Dein Kopſfputz


