Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 4. Abtheilung, Die Unkeuschheit : vier Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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ich mache Ihnen mein aufrichtiges Kompliment, man kann keinen hübſcheren Jungen ſehen.

Nicht wahr? ſagte der Prinz, der für dieſes Lob ſelbſt aus dem Munde von Herrn Pascal, ſehr empfäng⸗ lich war,er hat ein reizendes Geſicht!

Das habe ich ſo eben mit Muße bemerkt.

Und der Graf Franz hat noch etwas Beſſeres, als ein reizendes Geſicht, fügte der Prinz bei;er beſitzt ſeltene Tugenden des Herzens und große Tapferkeit.

8Ich bin entzückt, Hoheit, daß Sie einen ſo vollen⸗ deten Pathen haben. . . iſt er ſchon lange in Paris?

Er iſt mit mir angekommen.

Und er wird ohne Zweifel mit Ihnen abreiſen, Ho⸗ heit, denn es muß für Sie peinlich ſein, ſich von einem ſo liebenswürdigen jungen Mann zu trennen?

In der That, mein Herr, ich hoffe den Grafen Franz mit mir nach Deutſchland zu nehmen.

Ich bitte tauſendmal um Entſchuldigung für meine unbeſcheidene Neugierde, doch Ihr Pathe gehört zu den Perſonen, für die man ſich unwillkührlich intereſſirt . . . Nun bin ich ganz zu Ihrer Verfügung.

Wollen Sie mir alſo folgen, mein Herr.

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Pascal machte mit dem Kopf ein Zeichen der Ein⸗

willigung und kam, parallel mit dem Erzherzog gehend mit dieſem vor die Thüre ſeines Cabinets; hier blieb er

mit einer Geberde ver Ehrfurcht, die nur eine Frechheit

mehr war, ſtehen, verbengte ſich leicht und ſagte zu dem

Prinzen, als hätte dieſer voranzugehen zögern können: Nach Ihnen, Hoheit, nach Ihnen.

Der Prinz fühlte die Ungezogenheit, verſchluckte

ſie und trat in ſein Cabinet, während er Pascal durch ein Zeichen bedeutete, er möge ihm folgen.

Oögleich wenig an das Ceremoniel der Höfe ge⸗ wöhnt, hatte dieſer doch zu viel Geiſt, zu viel Scharf⸗

ſinn, um nicht die Bedeutung ſeiner Worte und Handlun⸗ gen zu fühlen; er war ſich nicht nur ſeiner Unperſchämtheit

bewußt, die noch durch einen neuen, zurückgehaltenen 3