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Aerger geſteigert wurde, ſondern er berechnete, er ſtudirte dieſe Unverſchämtheit, und gerade bei dieſem Verhältniß hatte er in ſeinem Innern die Frage erwogen, ob er die kaiſerliche Hoheit nicht einfach mein Herr nennen ſollte; aber in einem Raffinement kluger Frechheit dachte er, durch die ceremoniöſe Benennung Hoheit würden ſeine Vertrau⸗ lichkeiten für den Prinzen noch verletzender werden, indem ſie mit einem Anſchein von Gtiquette contraſtirten.
Wir werden übrigens auf die Auseinanderſetzung des Charakters von Herrn Pascal zurückkommen, eines Cha⸗ rakters, der minder excentriſch war, als er von Anfang erſcheinen dürfte. Wir wollen nur bemerken, daß dieſer Mann, geboren in einer nievrigen, precären Lage und An⸗ fangs genöthigt, ſeinen Unterhalt durch ſchwere körper⸗ liche Arbeit zu verdienen, zehn Jahre von ſeinem Leben die härteſten Demüthigungen, die drückendſten Herrſchaften, die verletzendſte Verachtung ausgehalten und verſchluckt hatte; ſo hatte ſich feindſeüiger, unverſöhnlicher Groll in ſeiner Seele aufgehäuft, und am Tag, wo er ſelbſt mächtig war, überließ er ſich ohne Bedenken, ohne Ge⸗ wiſſensbiße der wilden Wolluſt der Repreſſalien, wobei er ſich wenig darum bekümmerte, ob er an Unſchuldigen Rache nahm.
In Ermangelung eines bedeutenden Geiſtes beſaß der Erzherzog Menſchenkenntniß, die er ſich durch langjährige Verwaltung eines hohen Amtes in der militäriſchen Hier⸗ archie ſeines Landes erworben hatte; bei ſeiner zweiten Zuſammenkunft mit Herrn Pascal (der wir beiwohnen,) begriff er auch das Gewicht der ſtudirten Unverſchämtheit dieſes Menſchen, und als er ihn, beinahe ohne die Einla⸗ dung hiezu abzuwarten, ſich Lertraulich in das Fauteuil fetzen ſah, das kurz zuvor ein erſter Miniſter, den er voll Ach⸗ tung und Ehrfurcht gefunden, inne gehabt hatte, fühlte der Prinz ſein Herz abermals grauſam ſich zuſammen⸗ ſchnüren.
Der durchvringende Blick von Herrn Pascal erfaßte
Die ſieben Tobſünden. 1v. Atbh. 3


