Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 4. Abtheilung, Die Unkeuschheit : vier Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Lächeln da wieder auf, wo er es gelaſſen hatte, und ging auf das Fenſter zu, wobei er ziemlich ſtark huſtete, um auf ſeine Gegenwart aufmerkſam zu machen und ſich ſo die letzte Demüthigung, die Schulter unſeres Manres berühren zu müſſen, zu erſparen.

Bei den ſonoren hm! hm! der kaiſerlichen Hoheit wandte ſich Herr Pascal raſch um; auf den düſteren Ausdruck ſeiner Züge folgte eine Art von grauſamer, höh⸗ niſcher Befriedigung, als hätte ihm die Gelegenheit ein Opfer zugeführt, an dem er ſich für ſeine Qualen und ſeinen gedrängten Zorn rächen könnte.

Herr Pascal ging auf den Prinzen zu und begrüßte ihn mit einer ungezwungenen Miene, wobei er ſeinen Hut in einer Hand hielt, während er die andere in die Hoſen⸗ taſche ſteckte.

Ich bitte tauſendmal um Verzeihung, Hoheit, ſagte er,ich wußte wahrlich nicht, daß Sie da waren.

Ich bin davon überzeugt, Herr Pascal, antwortete der Prinz mit ſchlecht verhehltem Stolz.

Dann fügte er bei:

Wollen Sie mir in mein Cabinet folgen, ich habe Ihnen einige officielle Stücke mitzutheilen.

Und er wandte ſich nach ſeinem Cabinet, während Herr Pascal mit anſcheinender Ruhe, denn dieſer Mann hatte, wenn es nöthig war, eine ſeltene Selbſtbeherrſchung zu ihm ſprach:

Hoheit . . . werden Sie mir eine Frage erlauben?

Reden Sie, mein Herr, erwiederte der Prinz, in⸗ dem er ſtehen blieb und ſich ziemlich erſtaunt umwandte.

Hoheit, wer iſt der junge Menſch von höchſtens zwanzig Jahren mit langen blonden Haaren, den ich vor⸗ hin in jener Allee, die man von dieſem Fenſter aus er⸗ blickt, habe ſpazierengehen ſehen?

Sie meinen ohne Zweifel den Grafen Franz von

Meuberg, meinen Pathen? Ah! dieſer junge Menſch iſt Ihr Pathe, Hoheit?..