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ſanften, träumeriſchen Blick ſchien ſich die Reinheit ſeiner Seele zu ſpiegeln; mit ſeinem ſeidenen Flaum das Kinn und die Oberlippe leicht ſchattirend, gab ein entſtehender Bart dieſem reizenden Geſicht einen männlichen Ausdruck.
Je näher er zu dem Palals kam, deſto mehr feſſelte Franz die Aufmerkſamkeit von Herrn Pascal, der ihn mit einem gewiſſen bewundernden Erſtaunen anſchaute, denn es war kaum möglich, die ſeltene Vollkommenheit der Züge von Franz nicht zu bemerken; als er nahe beim Fenſter war, begegnete er dem ſtarren, beharrlichen Blick von Herrn Pascal; er ſchlen ebenſo verlegen, als ärgerlich, errothete, ſchlug die Augen nieder, wandte ſich raſch um und ſetzte ſeinen Spaziergang fort, wobei er ſeine Schritte bis zur Mitte der Allee ein wenig beſchleunigte; hier fing er wieder an langſam zu gehen, und ohne Zweifel beengt durch den Gedanken, ein Fremder beobachte alle ſeine Bewegungen, wagte er es Anfangs kaum, ſich den Grenzen des benachbarten Gartens zu nähern; plötzlich aber jede Befangenheit vergeßend, lief er nach der Mauer beim Anblick eines kleinen Strohhuts, der jenſeits der Mauer erſchien und mit ſeinem mit der friſcheſten roſa Seide gefütterten Schild das köſtlichſte fünfzehnjährige Geſicht, das man träumen kann, umgab.
„Fräulein Antonine,“ ſagte Franz raſch und mit leiſer Stimme, „man beobachtet uns.“ 8 „Dieſen Abend,“ flüſterte eine ſanfte Stimme.
Und der kleine Strohhut verſchwand wie durch einen Zauber: ohne Zweifel war das Mädchen behende von einer Bank herabgeſprungen, auf die es jenſeits der Mauer geſtiegen.
Aber, wahrſcheinlich zur Entſchädigung für dieſen raſchen Rückzug, fiel eine ſchöne Roſe zu den Füßen von Franz, der ſie ſogleich aufhob und ſich nicht erwehren konnte, die Blume glühend an ſeine Lippen zu drücken;
dann verbarg er ſie in ſeiner Weſte und verſchwand in einem Gebüſch, ſtatt ſeinen Spaziergang in der langen Allee fortzuſetzen. —


