Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 4. Abtheilung, Die Unkeuschheit : vier Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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in ein anſtoßendes Zimmer, nachdem er zuvor mit einer Miſchung von Wohlwollen und Schüchternheit die von uns erwähnten Perſonen gegrüßt, die bei ſeinem Anblick auf⸗ geſtanden waren und ihm ſo eine Art von Ehrerbietung bezeigten, welche ſein Alter und ſeine Stellung nicht zu heiſchen ſchienen.

Sobald er verſchwunden, ſagte einer von den Herren auf den jungen Mann anſpielend, der durch den Salon geſchritten war:

Armer Graf Franz. immer ſo ſchüchtern. . . ein junges Mädchen von fünfzehn Jahren, das aus dem Kloſter käme, hätte mehr Dreiſtigkeit als er.

Wer ſollte, wenn man ihn ſo jungfräulich ſieht, glauben, daß er drei Jahre lang den Krieg im Kauka⸗ ſus mit ſeltener Tapferkeit mitgemacht.

Und daß er in Wien ein ſehr erbittertes Duell ge⸗ aus dem er muthig und glänzend hervorgegan⸗ gen

Ich, meine Herren, denke mir, Graf Franz mußte immer ganz unſchuldig die Augen niederſchlagen, wenn er an die Tſcherkeſſen ſeine Säbelhiebe austheilte.

Ich glaube übrigens, daß S. K. H. gar wohl mit der Treuherzigkeit . .

Teufel keine Indiscretion, mein Lieber.

Laſſen Sie mich doch ausreden .. Ich ſage, der Erzherzog ſei ſehr wohl mit der beharrlichen Treuherzig⸗ keit ſeines . .. Pathen zufrieden.

Ah! gut! Und ich denke, wie Sie, daß S. K. H. nicht ohne eine gewiſſe Furcht den ſchönen Jungen den Verſuchungen des teufliſchen Paris ausgeſetzt ſah. Doch was haben Sie zu lächeln, mein Lſeber?

Nichts.

Glauben Sie, der Graf Franz habe trotz ſeiner ſcheinbaren Unſchuld ein Liebſchäftchen gehabt?

Ueberlegen Sie doch, meine Herren, was Alles Schönes ein Lächeln bedeuten kann, denn ich nehme Sie zu Zeugen, daß ſch mich auf ein Lächeln beſchränkt habe