9 „Denken Sie im Ernſt, mein Lieber, der Graf Franz
„Ich denke nichts, ich ſage nichts, ich werde ſtumm ſein, wie ein Diplomat, der ein Intereſſe hat, zu ſchwei⸗ gen, oder wie ein junger Officker von der Noblegarde wenn er zum erſten Mal unter die Inſpection S. K. H. kommt.“
„Der Erzherzog hat allerdings einen von den Blicken, welche den Kühnſten imponiren. Doch um auf den Gra⸗ fen Franz zurückzukommen . . .“
Dieſes Geſpräch wurde durch einen Collegen der im DDienſtzimmer verſammelten Perſonen unterbrochen.
Der Eintretende machte den Grafen Franz vergeſſen und mehrere Stimmen fragten ihn gleichzeitig: „Nun, Ihr Wunder?“ „Die ausgezeichnete Werkſtätte im Faubourg Saint⸗ Marcea“
„War es wenigſtens der Mühe werth, ſie zu ſehen?“
„Für mich, meine Herren,“ antwortete der Eintre⸗ tende, „für mich, der ich mich ſehr für den Maſchinenbau intereſſire, war dieſer Morgen ſehr werthvoll, und ich er⸗ kläre Herrn Charles Dutertre, den Eigenthümer dieſer Werkſtätte, für einen der geſchickteſten und unterrichteiſten Mechaniker, die ich kenne dabei gibt es wenige ſo zuvorkommende Menſchen; ich gedenke auch Seine kaiſer⸗ liche Hoheit zu veranlaſſen, dieſe Werkſtätte zu beſuchen.“ „Schön, mein Lleber, man kann Sie nicht beſchul⸗ digen, Sie verlieren Ihre Zeit mit Nichtswürdigkeiten: ich mache minder hohe Anſprüche, und mein Hauptanſpruch iſt ſogar noch im Zuſtand einer Hoffnung . . .“
„Und dieſe Hoffnung . . .“
„Iſt, bei dem berühmten Doctor Gaſterini zum Mittageſſen eingeladen zu werden.“
„Bei dem erhabenſten, tiefſten Gourmand Europas.“
„Man ſagt in der That, ſein Tiſch ſei ein Muſter vom Paradies „der Gourmands.“
Die ſieben Tobſünden. 1v. Abthl. 1. 2


