Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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Gegentheil bei gewiſſen heftigen Naturen wie bei jenen Rennern voll Gluth und Blut, welche die Unthätigkeit

wild, unbezähmbar, gefährlich macht, während ſie auf der

Jagd oder im Kriege unvergleichlich werden, weil ſie hiebei die Energie, die ſie verzehrt, entwickeln können. Fern ſei von mir der Gedanke, mein Kind, Dich durch die Erzählung deſſen zu betrüben, was die Leute die Thaten Deines Vaters genannt haben.

Ich ſage Dir nur, daß man mir, als ich zwei Jahre als Matroſe gedient hatte, die Stelle eines Second am Bord eines berühmten Korſaren anbot.

Nachdem ich achtzehn Monate dieſen untergeordneten Grad inne gehabt hatte, war mein Ruf ſchon ſo groß, daß mir ein Rheder das Commando, über einen ſeiner Korſaren, genannt der Höllenbrand, antrug. Seit dieſer Zeit habe ich fortwährend als Kapitän gedient, und der ſonderbare Name des erſten Schiffes, auf dem ich befeh⸗ ligt hatte, iſt von meinem Rheder für alle Schiffe, die ich ſpäter commandirte, beibehalten worden.

Der Zufall wollte, daß ich nie verwundet wurde, (ich bekam meine erſte Wunde an jenem Abend, da ich Dir zu Hülfe eilte).

Ich wage es nicht, Dlr zu geſtehen, welcher Urſache ich, in einem ſeltſamen Aberglauben, das Glück, unter ſo vielen blutigen Kämpfen verſchont worden zu ſein, zu⸗ ſchreibe... Ich müßte abermals den Namen Deiner Mutter ausſprechen, und das würde Deine Schmerzen wieder beleben.

Der Zute Legoffin hat mich nie verlaſſen; durch ſeinen Muth, durch ſeine Kaltblütigkeit hat er mir als Geſchützmeiſter koſtbare Dienſte geleiſtet; denn man muß für dieſes Handwerk mitten unter den Gefahren und dem Tumult des Kampfes eine unſtörbare Ruhe, eine feſte Hand und ein Auge von unfehlbarer Richtigkeit bewahren.

Leider iſt das unbegreifliche Schickſal, das mich bis

ahin ſtets beſchützt hatte, Legoffin nicht ſo günſtig geweſen:

er hat mehrere ſchwere Wunden erhalten und bei unſerem