Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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letzten Mal, während Du ſchlieſſt, benetzte Dich mit mei⸗ nen Thränen und reiſte mit Legoffin ab.

Oneſime wurde hier im Leſen durch ein herzzerreißen⸗ des Schluchzen unterbrochen, das Sabine nicht zurückzu⸗ halten vermochte.

Bweiundzwanzigſtes Rapitel.

Bei den erſten Zeilen des Briefes ihres Vaters, den Oneſime mit der rührendſten Gemüthsbewegung las, hatte ſich Sabine tief erſchüttert gefühlt.

Die einfachen und aufrichtigen Geſtändniſſe von Cloa⸗ rek, ſeine Reue über ſeine Hitze, deren Heftigkeit den Tod

ſeiner Frau verurſacht hatte, ſein Entſchluß, ſeinen Feh⸗

ler zu ſühnen oder vielmehr im Hinblick auf das zukünftige Glück ſeiner Tochter nützlich zu machen, der unbeſiegbare Jähzorn, den er in ſich fühlte, die väterliche Zärtlichkeit, welche ſtets bei ſeinen Entſchlüſſen vorgeherrſcht, Alles trug dazu bei, das Herz von Sabine mit Mitleid für das Unglück zu erfüllen, woran ein unſeliges Temperament ſo viel Antheil gehabt hatte.

Als Legoffin, Suſanne und Oneſime das Mädchen ſo erſchüttert ſahen, regte ſich in ihnen ein Schimmer der Hoffnung.

Der Geſchützmelſter und die Haushälterin tauſchten einen Blick des Verſtändniſſes und begegneten ſich in den Gedanken, man dürfe kein Wort während dieſer Unter⸗ brechung ſprechen und müſſe ſtillſchweigend Sabine unter der Herrſchaft ihrer Betrachtungen laſſen.