Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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mein Blut, eine Raſerei bemächtigt ſich meiner und ſcheint ſich, wie meine Kräfte, nach Maßgabe der Zahl meiner Feinde zu vermehren.

Das iſt noch nicht Alles . ich habe Dir geſagt, mein Kind, in der moraliſchen Ordnung erregen die Un⸗ terdrückung, die Treulofigkeit, die Grauſamkeit in mir den heftigſten Zorn und gegen wen hatte ich mich als Korſar zu ſchlagen? gegen ein verabſcheutes Land, das ſeit unſeren ſchrecklichen, durch ſeinen Haß, durch ſein Geld, durch ſeinen unbarmherzigen Ehrgeiz hervorgerufe⸗ nen Kriegen Frankreich mit der größten Erbitterung ver⸗ folgte, Alles anwandte, um uns zu bekämpfen, Verrath, Treuloſigkeit, Lüge, Grauſamkeit, vor nichts zurückwich, geſtern Fälſcher war, um uns durch falſche Aſſignate zu Grunde zu richten, heute Kerkermeiſter, Henker, um bis zum Wahnſinn, bis zum Tod unſere bravſten Soldaten auf ſeinen furchtbaren Pontons zu martern. Englandalſo!

Oh! England! zu dieſer Stunde, wo ich Dir ſchreibe . . . durchglüht trotz der Verzweiflung, die mich niederprückt, ſchon bei dem Namen dieſes Landes, das ich bis zur Verwünſchung haſſe, ſeit einem letzten Attentat, deſſen Opfer Du beinahe geworden wäreſt, durchglüht, ſage ich, das Feuer des Zorns meine Wangen, Alles em⸗ pört ſich, Alles dreht ſich um in mir . . mein Grimm entzündet ſich wieder und

Doch, verzeih' mein armes Kind, verzeih', daß ich durch mein Aufbrauſen Deine ſanfte, zarte Seele betrübe, Deine liebende, harmloſe Seele, die zu jedem Haß unfä⸗ hig iſt, oder vielmehr nur gegen das Böſe eine Abnel⸗ gung hat.

Ich mußte Dir wenigſtens alle Gründe begreiflich machen, die mich veranlaßten, die einzige Bahn zu be⸗ treten, welche mir geöffnet war, weil ich auf dieſer Bahn meiner natürlichen Heftigkeit den freien Lauf laſſen onnte. Als mein Entſchluß feſt ſtand, küßte ich Dich zum