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Sabine ſchien ſich abermals gewaltig gegen ſich ſelbſt anzuſtrengen und erwiederte:
„Ich darf meinen Vater erſt wiederſehen, wenn wir auf ewig mit meiner Mutter wiedervereinigt find.“
„Ah! mein Fräulein,“ murmelte der alte Diener ganz in Verzweiflung, „Sie werden nicht ſo grauſam ſein.“
„Nein“ das iſt keine Grauſamkeit,“ entgegnete das Mädchen mit einer ſchmerzlichen Reſignation, „ich erfülle eine Kindespflicht. ein Kind kann ſich ſeinem Vater nur das Herz voll Zärtlichkeit und Ehrfurcht nähern .. er muß für die Tochter das ſein, was ſie am meiſten auf der Welt liebt und achtet .. ſo iſt es bis jetzt zwiſchen meinem Vater und mir geweſen Dieſer Gedanke wird der Troſt eines Lebens ſein, das ich fern von ihm zu⸗ bringen muß.“
„Ah! mein Fräulein, wenn Sie ſeinen Schmerz kenneten ..
„Legoffin,“ erwiederte Suſanne ihre Erſchütterung beherrſchend, „ich kann Ihnen nur wieberholen, was ich Suſanne geſagt habe: Seit zwei Tagen habe ich über den Entſchluß nachgedacht, den ich faſſen ſollte. mein Ent⸗ ſchluß iſt unwiderruflich.“
Ein düſteres, verzweifeltes Stillſchweigen folgte auf dieſe Erklärung von Sabine.
Einige Augenblicke hörte man nur dumpfes Schluchzen.
Legoffin nahm juerſ das Wort und ſagte zu Sabine...
„Mein Fräulein, Sie werden ſich wenigſtens nicht weigern, einen Brief von Herrn Clvarek vorleſen zu hö⸗ ren? Es iſt das Letzte, was er von Ihnen erwartet, denn er ſah wohl den Widerwillen vorher, den Sie jetzt gegen ihn haben müſſen.“
„Widerwillen!“ rief Sabine mit einer tödtlichen Bangigkeit; dann ſich wieder bezwingend, fügte ſie bei:
„Das Verhängniß allein hat Alles gethan.“
„Ah!“ ſprach der alte Diener, „das iſt immer das⸗ ſelbe. Herr Cloarek wird Sie nicht mehr ſehen; wollen


