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Einundzmanzigſtes Rupitel.
Als Oneſime in Begleitung von Legoffin und Su⸗ ſanne in den Salon eintrat, wo ihn Sabine erwartete, fand er ſie bleich, angegriffen, aber ernſt, beinahe feier⸗ lich; ihre Schwäche nöthigte ſie, halb ausgeſtreckt auf einem Sofa zu bleiben.
„Herr Oneſime,“ ſagte ſie, „wollen Sie ſich ſetzen, Du auch, meine gute Suſanne, und Sie, Legoffin.“
Die Perſonen dieſer Seene ſetzten ſich ſchweigend und in tiefer Traurigkeit.
5 „Ehe wir dieſe Unterredung beginnen,“ ſagte Sabine mit einem ſchmerzlichen Lächeln, „muß ich Sie darauf aufmerkſam machen, daß ich mich ſehr verändert habe; dieſe unwillkührlichen, oft kindiſchen Schrecken, die mich beſielen, ſuchen mich nicht mehr heim.. Eine gräßliche Wirklichkeit hat mich geheilt .. Vor ihr ſind alle Trug⸗ bilder, die mich ſeit meiner Kindheit belagerten, ver⸗ ſchwunden. Ich ſage Ihnen das, meine Freunde, damit Sie keine Schonung gegen mich beobachten, damit Sie die ganze Wahrheit gegen mich ausſprechen, oder mir die⸗ ſelbe vielmehr beſtätigen, ſo furchtbar ſie auch ſein mag. Ich habe nun den Muth und die Kraft, Alles anzuhören. Noch ein Wort . .. ich beſchwöre Dich, Suſanne, und Sie auch, Legoffin, im Namen Eurer ſo erprobten An⸗ hänglichkeit für mich und meine Familie „ meine Fra⸗ gen redlich zu beantworten verſprecht Ihr mir das?“ „Ich verſpreche es,“ erwiederte Legoffin⸗
„Ich verſpreche es,“ ſagte Suſanne.
Hienach trat ein Augenblick des Stillſchweigens ein. Die Haushälterin, der alte Diener und beſonders Oreſime waren betroffen von dem entſchiedenen Ton, mit dem ſich Sabine ausdrückte; Alles weisſagte, daß, was auch ihr Entſchluß in Folge dieſer Unterredung wäre, die⸗ ſer Entſchluß unabänderlich bleiben würde.


