an der Seite ſeines Herrn verloren hatte, für das Licht verſchloſſen war, ſo war es doch nicht für die Thränen geſchloßen.
Dame Robert empfing ihren Gefährten nicht mehr, wie früher, Spott auf den Lippen und Ironie im Blick, ſie ging ihm mit einem ſchwermüthigen und liebevollen Eifer entgegen.
„Nunf mein armer Legoffin,“ ſagte ſie, „was für Nachrichten bringen Sie uns? gute oder ſchlimme?“
„Ich weiß es nicht recht, meine liebe Suſanne“ er⸗ wiederte der Geſchützmeiſter ſeufzend „das hängt hievon ab.“
Und er zog aus ſeiner Taſche ein ziemlich umfang⸗ reiches Papier.
„Was iſt das?“ fragte Suſanne.
„Ein Brief von Herrn Cloarek.“
„Gott ſei Dank! er lebt,“ rief Oneſime.
„Und wie ſteht es mit ſeiner Geſundheit?“ fragte Suſanne.
„Was wollen Sie? fern von ſeiner Tochter und nach dem, was Alles vorgefallen, iſt er wie ein Koͤrper ohne Seele,“ antwortete Legoffin. „Seine letzte Hoffnung beruht auf dieſem Brief, und dieſer Brief iſt für Sie, Herr Oneſime.“
„Für mich?“
„Und ich werde Ihnen ſagen, was Sie damit ma⸗ chen müſſen; vor Allem aber: ſind Sie im Stande, auf⸗ zuſtehen?“
„Ja,“ rief der junge Mann, indem er eine Bewe⸗ gung machte, „oh! ja.“
„Und ich, ich ſage nein, Oneſime,“ entgegnete Suſanne, „das wäre eine furchtbare Unklugheit.“
„Erlauben Sie, liebe Suſanne,“ ſagle Legoffin, „ich bin eben ſo ſehr als Sie ein Feind von Unvorſichtigkeiten,
aber (ich kann Ihnen das nun geſtehen), da ich ſeit einem Dutzend Jahre Gelegenhelt hatte, da und dort Wunden von jedem Kaliber zu ſehen, ſo habe ich eine gewiſie Er⸗ fahrung erlangt . . .“


