Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 3. Abtheilung, Der Zorn (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
Einzelbild herunterladen

211

hatte, theilte ich meine Sorge zwiſchen Sabine und Dir, während Legoffin und mehrere Matroſen das Feuer des Schuppens löſchten und die ſichtbare Spuren des Unglücks zu tilgen ſuchten.

Und Legoffin ſelbſt hat keine Nachricht von Herrn Clvarek erhalten?

Ich weiß es nicht, doch man hat mir vorhin geſagt, Legoffin, der geſtern Morgen abgereiſt, ſei zurückgekommen; in dieſem Augenblick hat er eine Unterredung mit Fräu⸗ F Sabine. Vielleicht bringt er ihr Nachricht von ihrem

ater. Gott wolle es! Doch wenn Herr Cloarek ſeine Verzweiflung überlebt.. welch ein ewiger Gegenſtand der Schmerzen und der Thränen wird die Entdeckung dieſes unſeligen Geheimniſſes nicht zwiſchen ſeine Tochter und ihn gebracht haben!

Was ſoll ich Dir ſagen, mein armes Kind? von welcher Seite ich auch die Zukunft anſchaue, überall er⸗ ſchelnt ſie mir düſter und troſtlos.

Oh! Sie haben Recht, meine Tante, Muth! Muth! Oh! ja, wir brauchen noch mehr Muth um diejenigen, welche wir lieben, leiden zu ſehen, als um ſelbſt zu leiden.

Die Krankenwärterin trat in dieſem Augenblick ein und ſagte zu Suſanne:

Madame Robert, Herr Legoffin möchte gerne Sie, ſowie Herrn Onefime ſprechen, wenn er ſich wohl genug beſindet, um ihn anzuhören.

Gewiß, antwortete raſch der junge Mannſ, indem er ſich aufſetzte.

Es war nicht mehr das lange, bleiche, ernſt abge⸗ feimte Geſicht, nicht mehr die kalt höhniſche Phyſiogno⸗ mie, welche bald die Ungeduld, bald den Spott von Su⸗ ſanne hervorrief; das Geſicht des würdigen Mannes war tief traurig und niedergeſchlagen; ſein kleines, gewöhnlich ſo boshaftes Auge war von friſchen Thränen geröthet, und man ſah auch einige feuchte Spuren unter ſeinem breiten ſchwarzen Pflaſter, denn wenn das Auge, das er