Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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er habe ſie getödtet, und in einem Schrecken, der ihn wie Schwindel packte, entfloh er Anfangs aus ſeinem Haus.

Dieſer furchtbare Schlag hatte nicht allein Marie berührt.

Nicht minder niedergeſchmettert durch die ungeſtüme Erſcheinung von Baſtien, ſank Frederik, als er ſeine Mut⸗ ter leblos zu Boden ſtürzen ſah, auf ſich ſelbſt zuſammen und wurde völlig ohnmächtig in den Armen des Doctor Dufour aufgehalten.

Man brachte das unglückliche Kind nicht in ſein Zimmer, das zunächſt bei dem ſeiner Mutter war, ſondern in das Studirzimmer; es wurde hier in der Eile ein Bett aufgeſchlagen, da der Doctor mit Recht befürchtete, bei dem beunruhigenden Zuſtand, in dem ſich Marie und ihr Sohn befanden, koͤnnte ihre Nachbarſchaſt für Beide trau⸗ rige Folgen haben, denn vom Zimmer von Marie hörte man Alles, was bei Frederik geſprochen wurde.

Der Doctor konnte ihnen nicht gleichzeitig ſeine Für⸗ ſorge angedeihen laſſen: er beſchäftigte ſich zuerſt mit Marie, welche, kaum wiedergeneſend, von einer ſo gräß⸗ lichen Revolution tödtlich getroffen worden ſein konnte und mußte.

Als Herr Dufbur zu Frederik zurückkehrte, fand er, daß ihn eine Hirncongeſtion befallen hatte; da die bei⸗ nahe augenblicklſche Sorge, welche ſeine Lage heiſchte, ihm nicht hatte zur Zeit gegeben werden können, ſo gerieth der junge Mann bald in einen verzweifelten Zuſtand.

Als Marie wieder zu ſich kam, ahnete ſie ihr nahe bevorſtehendes Ende und verlangte ſogleich ihren Sohn zu ſehen.

Die Verlegenheit von Marguerite, ihre Bläße, die Ausflüchte, die ſie ſuchte, um die Abweſenheit von Frederik in einem ſo feierlichen Augenblick zu erklären, Alles war für die junge Mutter eine Offenbarung . . .

Sie fühlte, ſo zu ſagen, daß ihr Sohn ſtarb, wie ſie.

Da wollte Marie David ſehen.