Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 2. Abtheilung, Der Neid oder Frederik Bastien : 4. bis 7. Bändchen (1848) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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das die junge Mutter an dieſem Tag zum erſten Mol ſehen ſollte.

3 Während dieſes geheimnißvollen Hin⸗ und Hergehens war Marie allein in ihrem Zimmer mit David.

In Trauer gekleidet, halb auf einem Ruhebett liegend, betrachtete die junge Frau in ſtummem Glück David, der an einem Arheitstiſch ſaß und ſich damit beſchäftigte, vaß er eine von den Aufgaben von Frederik corrigirte.

Plotzlich ſprach David mit halber Stimme, während er zu leſen fortfuhr:

Es iſt unbegreiflich!

Wovon ſprechen Sie denn, Herr David?

Von den wirklich ſeltſamen Fortſchritten dieſes lieben Kindes, Madame . . . Wir beſchäftigen uns kaum ſeit drei Wochen mit der Gevmeterie, und ſeine Fähigkeit für die ſtrengen Wiſſenſchaften entwickelt ſich eben ſo ſchnell, als ſeine übrigen Anlagen.

Ich muß Ihnen ſagen, Herr David, vieſe Fähigkeit ſetzt mich bei Freverik in Erſtaunen; es ſchien uns, Alles, was Gefühl, Einbildungskraft iſt, müſſe bei ihm vor⸗ herrſchen.

Das überraſcht und entzückt mich auch . . Bei dieſem lieben Kind gehorcht Alles zugleich einem und dem⸗ ſelben Impuls, Alles wächſt zuſehends und nichts thut

ſich Eintrag . . . Ich habe Ihnen geſtern ſeine wahrhaft beredten, wahrhaft ſchonen Zeilen vorgeleſen . . .

Es iſt eine Thatſache, Herr David, daß ein auf⸗ fallender Unterſchied zwiſchen dieſem letzten Stück und den beſten Sachen ſtatifindet, die er vor der furchtbaren mora⸗ liſchen Krankheit geſchrieben hat, welche mit Ihrer Hülfe die Wiedergeburt Frederiks herbeiführen mußte. Alles, was ich für ihn nun befürchte, iſt das Uebermaß der Arbeit.

Ich beſänftige, ich mäßige auch, ſo viel ich kann, ſeine Wißbegierde . ſeine Ungeduld, ſeinen Fevereifer, Die ſieben Todſünden. n. Abth. 2r Bd. 13*

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