191
Schamhaftigkeit des Glücks, und obgleich der Tod von Jacques Baſtien in keiner Hinſicht beklagenswerth ſein konnte, ſo achteten doch auf eine religiöſe Weiſe David und Marie, wenn nicht den Menſchen, aber wenigſtens eine kaum erkaltete Aſche.
Die Krankheit von Madame Baſtien und die Befürch⸗ tungen, die man eine Zeit lang für ihr Leben hegte, ver⸗ urſachten eine tiefe Troſtloſigkeit in der Gegend und ihre Wiederherſtellung eine allgemeine Freudigkeit; dieſe ſo⸗ wohl an Frederik, als an ſeine Mutter gerichteten Beweiſe rührender Theilnahme, das Bewußtſein einer Zukunft, die, wie man zu ſagen pflegt, keinen andern Nach⸗ theil hatte, als daß ſie zu ſchoͤn war, befeſtigten und be⸗ beſchleunigten die Geneſung von Marie, welche nach drei Wochen nur noch eine außerordentliche Schwäche fühlte, die ſie bis dahin das Zimmer zu verlaſſen verhindert hatte.
Sobald ihr Zuſtand keine Befürchtungen mehr einflößte, wünſchte Marie die von David beabſichtigten Studien von Frederik aufnehmen zu ſehen, und ein Theil dieſer Lectionen ſollte in ihrem Zimmer ſtattfinden, denn es gewährte ihr ein unſägliches Vergnügen, unter ihren Augen die zwei ſo geliebten Weſen, von denen ſie beinahe für immer getrennt worden wäre, vereinigt zu finden; ihre Gegenwart bei dieſem Unterricht bereitete ihr tauſend Genüſſe; einmal die ſo zarte, ſo prleuchtete Theilnahme von David für Frederik; ſodann der unbändige Cifer des jungen Mannes, der nach einem ruhmwürdigen Geſchick ſtrebte, um der Stolz und die Freude ſeiner Mutter zu ſein und ſeinen ehrgeizigen Neid zu befriedigen, deſſen geläuterte Flamme mehr als je in ihm loderte.
Man war dahin übereingekommen, daß Frederik zu⸗ erſt in die Polytechniſche Schule eintreten und von da nach ſeiner Neigung eine von den zahlreichen, durch dieſe enchklopädiſche Unterricht sanſtalteröffneten Laufbahnen, als da find der Krieg, die Künſte, die Wiſſenſchaften oder die Literatur, verfolgen ſollte.
Dieſe paar Worte werden eine ſehr unvollſtändige


