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Aus dem ſchmerzvollen Ton, mit dem Marie die zwei einzigen Worte: Er, abgehen! ſprach, errieth der Doctor zum erſten Mal, begriff er die Größe der Liebe, welche Marie für David fühlte; indem er an dieſe tiefe und reine, aus den heiligſten, edelſten Urſachen entſtan⸗ dene Liebe dachte, brach das Herz des Doctors. Er kannte die Tugend von Marie, das Zartgefühl von Da⸗ vid und ſah keinen Ausgang für dieſe unſelige Lei⸗ denſchaft.
Marie wandte, nachdem ſie ſtille geweint hatte, ihr
bleiches!, kummervolles, in Thränen gebadetes Antlitz dem Doctor zu und ſagte tief niedergeſchlagen zu ihm: „Hält es Herr David für geeignet, ſich zu entfer⸗ nen, ſo werden mein Sohn und ich uns darein fügen .. Ihr Freund hat uns zu viele Beweiſe ſeiner bewunde⸗ rungswürdigen Hingebung geliefert, als daß es uns er⸗ laubt ſein könnte, an ſeinem Herzen zu zweifeln; doch ich muß Ihnen ſagen, ſein Abgang wird einen furchtbaren Schlag meinem Sohn beibringen
„Aber Sie bleiben ihm, Sie, Madame, denn ich zweifle nicht daran, iſt einmal Ihre Trennung erlangt, ſo iſt entſchieden zu hoffen, daß man Ihnen Ihren Sohn
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läßt.
„Es iſt entſchieden zu hoſſen, daß man mir meinen Sohn läßt?“
„Gewiß.“
„Wie?“ verſetzte Marie, indem ſie die Hände fal⸗ tete und den Doctor mit unausſprechlicher Angſt an⸗ ſchaute, „es kann alſo ein Zweifel obwalten, ob man mir meinen Sohn läßt?“
„Er iſt über ſechzehn Jahre alt und im Fall einer Scheidung folgt geſetzlich der Sohn dem Vater .. eine Tochter würde Ihnen bleiben . . .“
„Wenn ich aber,“ ſagte Marie ganz zitternd vor Bangigkeit, „wenn ich aber nicht die Gewißheit habe, daß ich meinen Sohn behalte, wozu dieſe Scheidung?“


